Trost

Heute morgen in aller Frühe ist Paula gegangen.

Ich bin so traurig, dass sie nicht mehr da ist.
Sie war so eine tolle, liebenswürdige, starke Frau.

Ich bin so froh, dass sie gehen durfte.
Die letzten Tage waren sehr intensiv.
Einem Menschen beim Sterben zuzusehen hat nichts Bedrohliches,
sondern wirft einen schlussendlich immer auf sich selbst zurück.
Ich bin dankbar, dass ich an ihrer Seite bis fast am Schluss dabei sein durfte und der Tod seinen Schrecken wieder etwas mehr für mich verloren hat.

Anders als beim Sterben meiner Mutter fühlte ich mich die letzten, schweren Tage nie alleine.
Sascha war da und hat all die Stunden mit mir gemeinsam an ihrem Bett verbracht, mich die letzten Tage verpflegt und getröstet.
Die Katze wich zuhause nie von meiner Seite.
Mit meinem Vater und seiner lieben Frau konnte ich ebenfalls jederzeit sprechen, wenn ich es brauchte.
Meine lieben, tollen Arbeitskolleginnen haben mir einfach so den Rücken freigehalten, so dass ich seit Mittwochabend täglich zu Omi gehen konnte.
Omis Beistand regelt die amtlichen Sachen und hat mir mit seinen lieben und ermutigenden Worten in den letzten Tagen sehr viel Kraft und Trost gegeben.
Die Pflegenden von Omis Heim waren immer für Omi da und haben sie liebevoll und professionell gepflegt. Ich bin ihnen so sehr dankbar, wie sie das gemacht haben und mich ebenfalls immer so nett informiert haben.
Und da wart da ihr alle, die diesen Blog die letzten Tage gelesen habt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie tröstlich es ist, wenn Menschen einfach aneinander denken, sich Kraft schenken und virtuelle Umarmungen.

Weil Omi im Pflegeheim lebte, muss ich heute nicht sofort alles in eine Tasche packen und mitnehmen. Als Mami starb, war das absolut grässlich: mit Mamis Koffer, wenige Stunden nach ihrem Tod, herumzufahren, hat mir fast das Herz gebrochen.

Omi bleibt heute noch einige Stunden in ihrem Zimmer. So kann ich nochmals von ihrem Körper Abschied nehmen. Sie verschwindet nicht einfach aus meinem Leben. Noch kann ich es nicht fassen, dass sie nicht mehr lebt. Aber ich bin sicher, ich begreife es in den nächsten Tagen.

Gestern nachmittag bin ich fast verzweifelt, dass Omi nicht gehen konnte. Am Abend konnte ich unsere Reisegeschichte aufschreiben. Seither bin ich ruhig. Ich wünsche meinem lieben Omi Paula eine gute Reise und hoffe, sie sieht all jene wieder, die sie vermisst hat und die auch ich vermisse.

Alles Liebe, zora

omi lacht (800x719)