Kölle.

Vor einigen Wochen kriegte ich eine Mail vom Grimme Institut. Mein Blog „Demenz für Anfänger“ sei für einen Grimme Online Award nominiert. Ich fiel aus allen Wolken. Oder besser: ich bin fast ertrunken. Als mir nämlich mein Freund genau erklärte, worum es sich beim Grimme Online Award handelte, sass ich gerade in der Badewanne.

Da die Sache bis heute geheim war, durfte ich nicht darüber reden. Das fiel mir schwer. Umso mehr habe ich mich auf die Bekanntgabe gefreut.

Vor zwei Wochen habe ich dann Paula erzählt, dass „unser“ Blog für einen Preis nominiert ist. Sie fand das ganz lustig. Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich nach Köln fliegen würde. Sie dachte nach. Köln… Köln? Es wollte ihr nicht einfallen. Ich begann ihr vom Dom zu erzählen. Sie fing an zu summen.

Aber sie erinnerte sich nicht mehr. Schliesslich sagte ich: „Das ist die Stadt, wo Willy Millowitsch herkommt.“

Sie strahlte mich an: „Milly Willowitsch? Den mag ich.“

Der ganze heutige Tag in Köln verging wie im Fluge. Ich kann noch gar nicht in Worte fassen, was ich alles erlebt habe. Ich war unglaublich berührt von der Wertschätzung, die mir und all den anderen Nominierten von Nominierungsjury entgegenkam. Ich meine, ich sass da und hab fast geheult.

Ehrlich gesagt, begreif ich es noch immer nicht. Aber das kommt schon noch. Ich freue mich auf Ende Juni, wenn die Gewinner in Köln bekannt gegeben werden.

Zur Abstimmung in Sachen Publikumspreis:

14056866989_e372224b9f_z

 

14241365862_6c3e364dcd_z

14056950409_6edf8f8dab_z

14220436986_5a9cc901bd_z

Erwartet werden.

Darf ich glücklich sein, ich meine: so richtig, richtig glücklich? Würde es mir nicht besser anzustehen, mit gesenktem Kopf und traurigem Gesicht herum zu laufen?

Heute ist so einer dieser Tage, wo ich sehr glücklich bin. Ich reise. Ich fliege. Ich begebe mich in eine mir gänzlich unbekannte Stadt. Alles ist neu.

Ich erkenne mich selbst nicht wieder. Mit einem Mal bin ich mutig. Alles ist gut, sage ich mir. Du darfst dich freuen.

Zu gerne würde ich heute abend Paula und meine Mutter anrufen. Ganz aufgeregt. Ich würde sagen: ich bin gut angekommen. Die Reise war toll.

Ich habe Wolken gesehen. Den Bodensee von oben. Es war aufregend. Die Häuser sahen sp klein aus vom Flugzeug. Ich denke daran, wann ich zum ersten Mal geflogen bin. Wien. Es ist so lange her.

Als ich die Wohnung meiner Mutter räumte, fand ich eine Glückwunschkarte. An ihrem 50sten Geburtstag flog sie mit der Crossair. Der Pilot und die ganze Crew hatten auf der Karte mit silbernem Stift unterschrieben. Sie durfte sogar ins Cockpit gehen. Noch Jahre später hat sie davon erzählt. Das war am 2.9.2001. Kurze Zeit später war die Welt eine andere.

Ich erinnere mich daran, wie ich am Boden lag und die Karte beschnupperte. Sie roch nach meiner Mutter. Nach Rauch.

Ich denke daran, wie glücklich sie damals war und sie nicht ahnte, dass sie nur schon sechs Jahre später sterben würde. So eine Verdammte Scheisse.

Ich werfe einen Blick auf mein Telefon.

Die Nummern meiner Mutter und meiner Oma sind alle beide nicht mehr gültig und trotzdem kenne ich beide noch auswendig. Nur kann ich dort nie mehr anrufen.