paula und der erste advent

seit wochen hab ich mir diesen termin in meiner vollbepackten agenda reserviert und langes, romantisches wochenende, konzertbesuch und candle-light-dinner gecancelled. am 1. dezember würde schliesslich die alljährliche, hochoffizielle 1. adventsfeier im altersheim von paula stattfinden. wir wurden speziell eingeladen, die karte zierte ein scherenschnitt, sehr schön und sehr klar von einer über 80jährigen erschaffen.

paula erwartete uns lächelnd, mit neuer frisur und gut gekleidet. wir setzten uns in den speisesaal des altersheims und harrten der dinge. meiner lust zu twittern, schaute paula gelassen entgegen. das instagram-pic jedoch haben wir mehrere male wiederholt, bis es paula passte. sie kann momentan nicht wirklich verstehen, warum sie falten im gesicht hat. das argument, dass sie bald 85 ist, schmettert sie ab.

der pfarrer trägt schwarzes hemd und anzug und eine dunkelrote krawatte, eine ebensolche brille. seine vorderzähne verstören mich, seine predigt ebenso. dass er weihnachten mit einem blitzschlag vergleicht, leuchtet mir nicht ein.
ich singe auch fünf strophen „macht hoch die tür, die tor macht weit“ mit, weil ich paula nicht brüskieren will. dass sie meinen gesang mit „du hast abgenommen, oder zora?“ quittiert, macht mich glücklich.

später sitzen wir da und essen kuchen, trinken koffeinfreien kaffee. paula findet, der kaffee sei zu heiss. „Der ist süttigheiss. Den blas ich mir kalt.“ Wir grinsen. Die anderen älteren Herrschaften am Tisch schauen betüpft auf uns drei. Wir lachen. Paula lächelt.
„Ich will nicht wissen, was ihr gerade meint.“
Dann gröhlen wir alle drei. Halten uns die Bäuche. Schönen Advent!

paula und die hunde

in meiner frühesten kindheit war paula eine absolute vierbeiner-hasserin. vor katzen hatte sie angst und hunde fand sie schlimm. ich durfte, wenn ich mit ihr durch die stadt marschierte, niemals einen hund anfassen. zu gross war ihre angst, der hund könnte mich beissen.

als sie dann anfangs der 80er jahre peu-à-peu zu meinem grossvater und den urgrosseltern gezogen ist, war da barri. barri war ein appenzeller sennenhund / schäferhund-mischling, etwas fett und hinkte. er genoss zwar den urgrosselterlichen grossen garten, aber wegrennen war eines seiner lieblingshobbies. und so wurde er eines tages auf der hauptstrasse angefahren.

paula mochte barri anfangs gar nicht. er roch komisch und war sehr verfressen.
als dann die urgrosseltern verstorben waren, zog oma endgültig zu opa. und zu barri. das war der beginn einer schönen freundschaft.

paula und barri verstanden sich nämlich immer besser. ich würde heute sogar behaupten, dass dieser hund paula geliebt hat. paula mochte es zu singen und barri jaulte dazu. paula hängte wäsche auf und barri hockte daneben und schaute zu. paula und walter stritten sich, barri heulte.

auch meine schwester und ich liebten es, mit barri zu spielen, herum zu rennen und seinen scheisshaufen auszuweichen, indem wir drüber hüpften.

in den 90er jahren mussten paula und walter barri einschläfern lassen. er war alt und krank geworden. für meine paula und walter war sein tod wie der eines geliebten kindes. sie wollte keinen hund mehr. nach walters tod freundete sie sich dann mit herumstreunenden katzen an.

heute besuchten wir paula im pflegeheim. als wir uns verabschiedeten, kam sie mit vor die türe, um uns zu winken. wie wir so vor dem eingang des heims stehen, kommt eine 50jährige frau mit langen haaren daher. an der leine führt sie einen putzigen, jungen berner sennenhund. paula vergitzelt fast.
sie jubelt und freut sich, grüsst die frau und den hund.

paula: hoi büsibüsibüsi!!!

der hund bleibt stocksteif stehen und starrt paula neugierig an.

paula: du bist aber ein süsser, lieber, kleiner!

der hund gähnt und schüttelt den kopf.

paula: hoi büsibüsibüsi!

zora: (zur grauhaarigen frau) meine oma hatte früher auch einen sennenhund.

die frau nickt wissend und fordert ihren hund auf, weiter zu gehen.
der hund entscheidet, paula definitiv interessanter zu finden als den befehl

paula: jösses, bist du ein herziger! du lieber, kleiner barri!

die frau zerrt an der leine. der hund sträubt sich.

paula: büsibüsibüsi!

die frau schafft es endlich, den hund fort zu ziehen und verabschiedet sich.

zora: das war ein hund, omi!

paula: ach ja?

zora und die netten helferlein

als kind liebte ich daniel düsentrieb. und ich hasste sein helferlein. fragt mich nicht warum. lag wahrscheinlich am klugscheissen.

heute ging es mir gleich. mich ruft eine wildfremde frau an, die paula beim zahlen der rechnungen hilft. diese person staucht mich zusammen, weil die postumleitung nicht funzt.
ja. die funzt nämlich nicht, weil der tubel auf der poststelle eine beglaubigung will. wie die genau aussehen soll, wusste er zwar nicht. das bisher übliche formular wurde nämlich abgeschafft. ich habe mich geweigert, paula mit auf die post zu nehmen.
ich dachte, das mit der postumleitung wäre in der schweiz, von nachbardorf zu nachbardorf eine schnelle sache.
ich habe mich getäuscht.

jedenfalls pflaumt mich die frau an, dass ich alle rechnungen bis am donnerstag ins altersheim zu paula bringen soll. mach ich ja. jedes mal. leider arbeite ich 100%. und ich habe erst wieder nächsten freitag frei. an einem freien tag zu paula fahren geht nämlich so:

8.30 von mir zuhause abfahren, je nach tag im stau stehen, weil so ein bekackter traktor auf der strasse fährt und ich nicht überholen kann. dann einkaufen für paula, ins haus gehen. aufräumen. kontrollieren, ob alles ok ist. die katze füttern. mit den nachbarn sprechen.

10.30 im altersheim sein. mit paula sprechen. wünsche erfüllen. evtl. nochmals ins haus.

13.00 zuhause sein.

toll. das ist also mein freier tag.
woher nehme ich einfach so vier stunden an einem tag, wo ich im dienst bin?

die nette helferin hat das nicht interessiert. nein. sie haut noch einen drauf. sie ist nämlich ein helferlein.

helferin: die frau p. hat mir gegenüber erwähnt, dass sie gerne ihre neuen finken hätte.
zora: die habe ich ihr doch vor 10 tagen gebracht.
helferin: sie möchte aber lieber die anderen.
zora: welche anderen? ich habe ihr die fellfinken gebracht.
helferin: sie hatte ganz neue. sie hat sie mir gezeigt in ihrem haus. die will sie. sie soll doch bitte schön anständig herumlaufen.

ja. da ist es wieder. das schlechte gewissen. ich habe paula nicht alles gebracht, was sie braucht. ich trage die verantwortung für meine oma paula, die nicht einmal mehr weiss, dass sie mal finken gekauft hat. ich bin schuld, dass sie nicht anständig herumläuft.

was ich nicht ertrage, sind vorhaltungen einer person, die sich rein emotional einen scheiss um paula kümmert. die nicht weiss, wie es mir geht. und die mir mit ihrer passiv-aggressiven art, versteckt hinter sozialen engagement, den arsch tuches lecken kann.

paula und die alten kleider

wenn wir paula im heim besuchen gehen, rufe ich jeweils vorher an, um abzuchecken, ob sie noch etwas braucht. schliesslich soll es ihr im heim an nichts fehlen. paula soll ihre lieblingsäpfel, ihren lieblingskaffee und ihre lieblingskekse essen dürfen. ich frage auch jedes mal, ob sie noch was aus dem haus braucht.

sie äussert dann wünsche wie:
„nimm bitte alle meine akten zu mir nach hause und verstau sie sicher bei dir.“ oder
„im schrank unten links ist meine fünflibersammlung. bitte bring sie mir.“ oder
„ich hab für die nachbarskinder noch schoggi zurückgelegt. bitte gib sie ihnen ab.“

gesagt getan. gestern fanden wir in einem migrossack noch zwei ihrer alten barchet-nachthemden, die wir überall gesucht haben. ich hab sie ebenfalls mitgenommen und paula gezeigt.
paula rümpft die nase:
„die sind an den ärmeln zerrissen. nicht mehr schön. tu sie bitte weg.“
wegwerfen? ich stutze. schliesslich spreche ich mit paula, der herrin über 1000 plastiksäcke.
aber wenn sie will, dass ich sie wegschmeisse, mach ich das natürlich.

kaum sind wir wieder zuhause, klingelt das telephon. paula.
„mir ist noch was in den sinn gekommen.“
„ja?“
„die nachthemden.“
„was ist mit denen?“
„hast du sie schon weggeschmissen?“
„ich hab sie weggepackt.“
„oh.“
„was ist?“
„ich hab dir doch uropas nähmaschine gegeben.“
„ja?“
„jetzt könntest du sie einsetzen.“

paulas einkaufsliste

das verkünden der einkaufsliste ist ein telephonisches ritual zwischen paula und mir. früher, also bis vor zwei wochen, lautete die liste von paula folgendermassen. das kursive sind paulas original kommentare

3 bananen „gern grün, dann kann ich sie länger behalten“
6 äpfel „mit roten backen“
4 birnen „die vom letzten mal, die schmeckten so fein“
1 aufbackzopf „nimm aber einen mit einem langen datum, sonst läuft der mir ab“
2 pack meringues „ich muss langsam sparen, aber bring mir trotzdem zwei“
1 doppelpack incarom „aber nicht den von der migros.“
1 butter „wie viel kostet der jetzt schon wieder?“
1 paar servelat „aber bitte richtigen!“
2 4er pack milch „wer weiss, ob bald schnee liegt.“
4 joghurt „bring mir himbeer. in den erdbeer-joghurts hat’s so körner, die bleiben mir im gebiss hängen“
1 3er pack schoggi „dann kann ich eine den nachbars-goofen schenken“
4 säcke katzenfutter „der röteli streitet immer mit dem simeli drum“
6 pack brikett „aber nur, wenn ihr das tragen könnt.“ – „ja eh, das nimmt sascha.“ – „der ist halt schon ein starker. soll ich ihm tragen helfen?“

heute lautet die liste so:

3 bananen „die gibts noch gar nicht so lange“
6 äpfel „wenn mir langweilig ist, esse ich einen apfel“
4 birnen „ich hab zwar noch zwei, aber von denen kann man nie genug haben.“
1 pack meringues „ich sollte die nicht zwar essen, weil die immer so brösmelen.“
1 sack zuckerbölle „welche sorte, paula?“ – „das weiss ich nicht mehr.“ – „wie sahen die aus?“ – „ich war schon lange nicht mehr in der migros.“ – „caramel?“ –“genau.“ – „kleben die dir nicht am gebiss fest?“ – „oh. bitte bring mir noch eine schachtel kukident.“

altersheimalltag

heute, am 1. november, wäre eigentlich geplant gewesen, dass paula ins heim geht. da wir dies jedoch vorgezogen haben, hat paula nun schon drei tage dort verbracht.

paula freut sich riesig, als wir kommen. es ist ein ungewohntes gefühl, sie sauber gekleidet, fleckenlos, wie eine blumenwiese riechend zu erleben. sie sitzt auf dem bett und spricht ruhig vor sich hin. sie wirkt klar, bedankt sich für die sachen, die wir ihr mitgebracht haben, insbesondere ihre zimmerpflanzen, äpfel und birnen sowie ihre bh’s.

sie kommt sehr schnell darauf zu sprechen, dass sie streit mit einer anderen heimbewohnerin hat. diese hat sich nämlich indirekt beklagt, dass paula zu viel spreche. paula ist tief beleidigt. sie fragt mich, warum diese frau sie nicht möge. bevor ich etwas gescheites antworten kann, erklärt paula, dass diese andere frau nicht mehr richtig reden kann. ich sage paula, dass die frau wahrscheinlich traurig ist, weil sie selber nicht mehr sprechen kann. paula sieht das ein und meint, sie hätte trotzdem weinen müssen. ich tröste paula so gut es geht und sage ihr, dass es keinen gibt, der sie nicht mag. sie nickt und meint, sogar die hofkatze sei gekommen und hätte mit ihr geschmust.

wir zeigen ihr die mitgebrachten pullover, die sie freudig in empfang nimmt. allerdings haben wir keine nachthemden gefunden, da diese alle schon hier sind. doch weil paula die letzten wochen offensichtlich nicht mehr in der lage war, ihre kleider abends zu wechseln und immer mehr abmagerte, passen sie ihr nicht nun mehr.

in einem ruhigen moment, sascha raucht gerade eine, beklagt sich paula bitterlich darüber, dass ihre brüste nicht mehr so schön sind wie früher. zum beweis hebt sie den pullover.
ich weiss jetzt, was mich erwarten wird, wenn ich mal 84 bin.

veränderung

ich gebe es gerne zu: vor dem ersten telephonat mit paula habe ich mich gefürchtet.
dazu kommt, dass es bis und mit heute abend nicht gefunzt hat mit dem anrufen. ich hatte angst, das sie mit dem telephon nicht mehr umgehen kann.
ich erwartete weinen und klagen.

dann, am anderen ende die stimme von paula.
ich frage sie, ob sie mich erkennt.
– ja klar, zora.
– wie geht’s dir?
– nicht so gut. heimweh.
– das tut mir leid.
– du hast da einen fehler gemacht, zora.
– ja?? (ich erwarte einen vortrag über die tatsache, dass ich sie ins heim gebracht habe.)
– du hast die falschen nachthemden eingepackt.
– was?
– die sind mir zu lange.
– oh. ich näh sie um.
– ich will aber lieber die anderen. die aus der schachtel.
– ich bring sie dir morgen.
– gut. und unterwäsche.
– ok.
– und pullover. ich will noch mehr pullover.
– bring ich dir. kein thema!
– und bring mir bh’s. die tragen hier alle.

erleichterung

die erste nacht seit über einem jahr schlafe ich nun in ruhe. ich habe keine albträume gehabt. glücklicherweise habe ich spätdienst, so dass ich nicht schon um sechs uhr auf muss. paula hat nun die erste nacht in ihrem pflegeheim verbracht. ich fühle mich seltsam befreit.

es ist ja nicht so, dass sie mich jeden morgen zu bett heraus geklingelt hat. aber die sorge um sie hat mir offenbar mehr zugesetzt, als ich mir zugestehen wollte. um halb zehn uhr rufe ich sie an. sie nimmt nicht ab. offenbar hat die umschaltung mit ihrer alten nummer noch nicht geklappt.
ich rufe im sekretariat an. eine pflegende nimmt ab.

sie ist ein wenig erstaunt, dass ich mich nach paula erkundige. offenbar ist das nicht usus, dass angehörige sich um ihre alten angehörigen kümmern. die pflegende wirkt etwas ratlos, meint, sie könne mir nicht sehr viel sagen. ich frage also explizit. wie hat sie geschlafen?

zu meinem erstaunen sagt die pflegende, dass paula die ganze nacht durchgeschlafen hat und erst um neun uhr überhaupt aufgewacht ist. das ist insofern verwunderlich, als dass paula seit ich sie kenne, immer um fünf uhr aufgestanden ist und die küche geputzt hat.

die pflegende erzählt schliesslich auch, dass paula sehr viel diskutiert hat, sich am abend aber trotzdem einsam fühlte und wieder nach hause wollte. sie hätten sie dann aber überzeugt, hier zu bleiben.

ich bin sehr gespannt, wie es paula geht, wenn ich sie heute nachmittag anrufe.

paula zieht aus teil2

nachdem ich mich noch telephonisch im heim angemeldet habe, sitzen wir schliesslich endlich im auto. paula wirkt zufrieden, fast wie bei einer ferienreise. wir fahren ins übernächste dorf. dort, in der nähe der thur, liegt das altersheim.
wir steigen aus. paula hat etwas mühe und verheddert sich im gurt. schliesslich stehen wir vor der türe. wieder spüre ich einen tiefen schmerz im gesicht. ich schlucke meine tränen herunter.

ich gehe mit paula am arm ins haus. frau g., die pflegefachfrau, erwartet uns. doch sie ist nicht die einzige. neben ihr steht eine fröhliche, weisshaarige frau. sie geht sofort auf paula zu. die beiden geben sich die hände und begrüssen sich. ich kenne solche situationen. paula kennt von ihrer tätigkeit als kioskfrau sehr viele menschen. wenn sie auf jemanden zugeht und diesen begrüsst, reagieren die wenigsten so aufgestellt. deren gedächtnis scheint nicht so gut sein wie das von paula. wir lassen die frauen allein und räumen das zimmer ein.

rolf und helene transportieren die ganzen möbel. liebevoll dekoriert helene das zimmer. nach einer viertelstunde sind wir mit dieser ladung fertig.die nächste wartet auf uns. ich gehe nach unten ins fernsehzimmer. paula sitzt breit grinsend da und stellt mir die weisshaarige frau vor. es ist eine kollegin, mit der sie vor über 50 jahren gearbeitet hat. ich bin stark gerührt und habe wiederum tränen in den augen. wie schön, denke ich. sie wird ihren weg schon machen, meine omi paula.

dann sagt paula zu den anderen alten frauen, die strickend im raum sitzen: „und das ist meine enkelin zora.“

paula zieht aus teil 1

heute morgen war es soweit. wir machten uns auf den weg zu paula für den umzug ins altersheim. als wir ankommen, finden wir paula in tränen aufgelöst. sie weint und wirft uns vor, wir hätten sie vergessen. ein blick auf die uhr klärt die situation. paula hat die uhr nicht zurückgestellt und wartet seit stunden.

das packen und ausräumen ihrer gewünschten möbel verläuft schwierig. paula steht verloren da. mehr als einmal fürchte ich, sie fällt gleich die treppe herab. in der küche herrscht ein grosses durcheinander: müll, katzenfutter und küchentücher stapeln sich auf der essbank. wenigstens hat paula die heizung eingeschaltet. so ist es wenigstens nicht allzu kalt.

beim einpacken ihrer sachen ist geduld meinerseits gefordert. dass wir zwei taschen mit plastiksäcken mitnehmen müssen, passt mir nicht. aber ich packe sie ein. schliesslich ist es ihr wichtig. als die nette spitexfrau kommt, um mir den übergaberapport von paula zu übergeben und mich fragt, was sie noch für mich tun könne, überkommt es mich. auch paula weint. sascha schafft es schliesslich, paula etwas abzulenken. die pflegefachfrau gibt mir den tipp, paula gleich bei der ersten fahrt mitzunehmen und sie dem pflegeteam anzuvertrauen. das packen und die noch schlimmere unordnung bringen paula durcheinander. ich bedanke mich für die ratschläge und die gute arbeit, schniefe weiter.

als wir die beiden autos geladen haben, folgt der wirklich schwierige teil. paula sollte sich umziehen. mit sehr, sehr viel überredungskunst schaffe ich es, dass sie ihre rote trainerhose auszieht und eine frische anzieht. den pullover und die wolljacke lässt sie an. ich gebe auf.

dann packen wir ihre handtasche. auch hier drängt sie darauf, einige plastiksäcke mitzunehmen. was mir anschliessend fast das herz zerreisst, ist paulas verabschiedung vom haus. sie geht in jedes zimmer und sagt ein paar worte. mir scheint, als hätte sie sich von allen geistern des hauses verabschiedet. sascha schafft es schliesslich, mit ihr heraus zu gehen. ich schliesse die tür hinter ihr ab.