der feste tag

oma kam jeden mittwoch bei uns vorbei. deshalb ist für mich auch heute noch der mittwoch ein besonderer, weil schöner tag.

meistens gehe ich am montag oder samstag bei paula vorbei. da ich in der pflege arbeite, kann ich grundsätzlich jeden tag im dienst sein, da es keine festen freitage gibt. für paula ist dies ein unüberwindbares problem. zwar kann ich ihr dies in ihren kalender eintragen, doch es ist unklar, ob sie es lange weiss.

so auch heute samstag. ich arbeite diese woche sieben tage am stück, um dann nächste und übernächste woche genügend freie tage zu haben, um sie ins pflegeheim zu bringen. um halb zehn uhr klingelt das telephon und paula ist dran. mein freund nimmt ab. paula weint. will mich sprechen.

als sie meine stimme hört, fängt sie an zu sprechen. sie wirft mir vor, dass ich sie vergessen habe. die täglichen telephonate hat sie vergessen. sie ist sauer, weil ich jetzt nicht bei ihr bin und meint, das beste sei eh, sie bringe sich um.

ich versuche cool zu bleiben, ihr zu erklären. paula lenkt für einen moment ein. wieder vorwürfe. ich kenne paula gar nicht so. sie wirft mir vor, dass ich sie vernachlässige, sie nicht mehr gern habe, dass es egal sei, wenn sie jetzt tot sei. sie wolle am liebsten ihre ruhe. nicht ins pflegeheim.

als ich sage, dass ich mir das nicht anhöre und ich mir sorgen mache und die spitex informieren werde, meint sie: die kommen wenigstens.

na super. ich weiss ja, dass ihr gedächtnis nicht mehr so gut ist. ich bin nicht sauer auf sie. aber irgendwie… ich opfere meine gesamten freien tage, meine nerven. ich schlafe nicht mehr gut. ich mache mir immerzu sorgen. ich streite mich ihretwegen mit verwandten und ämtern. und dann das. toll.

ich wusste ja, dass diese phase irgendwann kommt. aber hart ist es trotzdem.

ich vertröste sie auf den montag, wo ich wieder für sie einkaufen gehe und ihr helfen werde. bis dann wird sie ihre wut auf mich und das leben vergessen haben, wieder freundlich sein und sich wundern, warum ich blass aussehe. danke, liebes leben.

nachtrag:
ich mochte diese sache nicht für mich behalten und informierte die spitex. diese geht bei paula vorbei und schaut nach dem rechten.

paula sucht ein heim.

unser letzter ferientag im august ging für den besuch im pflegeheim X, wir nennen es „luegisland“, drauf. das heim liegt ein wenig oberhalb des nachbarorts von paula. die sicht ist toll. man übersieht das ganze tal.

wir kommen an und ich freue mich erst mal wie ein schneekönig darüber, dass alles rollstuhlgängig ist. paula, die zwar keine junge berggeiss mehr ist, aber auch nicht an krücken geht, gähnt schon beim eintreten. ihr ist zu warm. wir stehen in der cafeteria, die unglaublich clean ist. nach zehn minuten des wartens, paula beginnt währenddessen einen netten dialog mit einem fisch im aquarium, kommt die pflegedienstleiterin. sie ist nett, kurz gewachsen und eine langjährige pflegefachfrau.

nun kenne ich natürlich meine oma paula. ich sehe genau, wann sie jemanden sehr nett findet und wann sie höflich ist. und bei allem ernst: wenn paula höflich ist, ist es eigentlich eine beleidigung. paula gibt sich sehr damenhaft, fast ein wenig wie eine debütantin. sie geht mit uns durch die gänge, sieht sich die netten einzelzimmer an und nickt menschen zu, die sie von früher zu kennen glaubt und die wie gemüse in ihren rollstühlen im gang vor sich hin vegetieren. paula ist zuckersüss. lobt die ergotherapie. bemerkt die schöne deko. gähnt.

als uns die pflegedienstleiterin einen kaffee zum abschied anbietet, lehnt paula freundlich ab. sie habe schon so viel kaffee heute getrunken, dass sie keinen mehr möge. ich glaube, ich höre nicht richtig. aber nett sei es gewesen und die frau pflegedienstleiterin solle sich sorge tragen. dann watschelt paula davon. grüsst freundlich die gruppe von kettenrauchenden rentnern vor dem heim. meint verstohlen: „das sind denn arme.“

kaum hocken wir im auto meint paula: sie würde jetzt gerne ins café abc gehen. sie möchte einen milchkaffee und etwas feines, vielleicht einen toast hawaii essen. und dann meint sie: „also, das war ja nett. aber dahin möchte ich nicht.“

der besuch

als ich noch ein kleines mädchen war und in den kindergarten ging, wurde ich jeden mittwoch von oma abgeholt. sie kam vom bahnhof und marschierte jeweils auf den hügel, wo der kindergarten lag. ich konnte es fast nicht erwarten, dass es endlich elf uhr wurde. oma war das highlight meiner woche. ich wusste genau: wir würden hand in hand die zwei kilometer nach hause laufen, vorbei am friedhof, wo mein bruder lag. wir würden an seinem grab stehen und ich würde sie fragen, wo er jetzt ist. sie würde antworten, dass er jetzt im himmel ist. dann würden wir noch am grab des nachbarn vorbei gehen, die blumen giessen und schliesslich nach hause gehen. meine mutter würde was feines kochen, sich mit meiner oma über meine erziehung streiten und sich über die katze beschweren. am nachmittag würden wir draussen spielen, damit mami mal eine stunde für sich hätte. um 17h würde paula dann wieder auf den bahnhof laufen und ich würde denken: „bitte komm wieder.“

ich konnte es jeweils kaum erwarten, bis ich oma die strasse zum kindergarten heraufgehen sah. kreischend und jubelnd rannte ich zu ihr hin, die kindsgi-tasche, jacke und mütze weit wegschmeissend und immerzu schreiend: „omiomiomi!!!!!“ oma stand jeweils da, breitete die arme aus und fing mich auf, drückte mich fest an sich.

wenn ich heute zu paula gehe, rufe ich immer vorher an, um ihre einkaufsliste abzufragen. ich sage ihr, wann ich etwa da bin. manchmal wartet sie schon hinter der türe und ich frage mich, wie lange sie schon da steht. selten sagt sie meinen namen. aber freuen tut sie sich immer. wir umarmen uns und ich stelle fest, dass sie ein wenig säuerlich riecht. früher roch sie nach rexona. wir gehen in den oberen stock, wo ich ihre einkäufe verräume und schaue, ob es irgendein problem gibt, das ich grad lösen kann.

meistens schimpft sie über die neue waschmaschine, die nun auch schon ein jahr da steht. immer zeigt sie mir ihre katze, die jedes mal einen neuen namen hat. dann gehen wir zurück in die ungeheizte küche, wo ich versuche, den alten ofen anzufeuern.

auf mamis grab sind wir schon lange nicht mehr zusammen hin gegangen. sie hat seit monaten nicht mehr nach ihr gefragt. sehr gerne würde ich mit ihr darüber sprechen, dass ich über ihren tod noch immer traurig bin. und dass ich angst habe, dass auch sie mich bald verlässt. aber dann stellt sie den radio etwas lauter und meint, sie liebe tanzmusik. sie spricht darüber, dass sie ihre brüder und ihre eltern vermisst und sich oft fragt, wann die gestorben sind.

wenn ich mich dann verabschiede, drückt sie mich an sich und hält einen moment lang inne, bevor sie meinen namen ausspricht. jedes mal sagt sie: „gell, du kommst dann wieder. ich brauche dich noch.“ ich nicke und sage „ja.“

was man alles verliert

als angehöriger eines demenzkranken menschen verliert man vieles.
man muss den einst geliebten menschen loslassen, mit dem man wunderbare gespräche führte und der immer für einen da war.
man verliert den menschen, der einen ein leben lang beschützt hat.
irgendwie verliert man einen teil seiner eigenen geschichte. der mensch, der sie mit dir hätte erzählen können, erinnert sich nicht mehr daran.

so mit acht begriff ich, wie wichtig meine grosseltern für mich waren. omi und opi waren die absolut lebensnotwendigsten menschen für mich. omi war kioskverkäuferin und kannte jede süssigkeit und jede kinderzeitschrift. trotz allem sprach sie meine sprache und akzeptierte mich wie ich war. von ihr kam niemals: „sei anders!“ mir scheint heute, als hätte sie schon früh mein wesen begriffen. meine gespräche mit ihr waren immer sehr viel ehrlicher als mit allen anderen menschen in meinem umfeld. mit ihr konnte ich über mein leben, meine freundschaften, meine sehnsüchte und meine wünsche sprechen. omi verstand mich immer.

vielleicht ist es das, was mich jetzt fast verzweifeln lässt. ich verliere diesen wunderbaren menschen, meine omi. alles, was wir einst gemeinsam hatten, zerstreut sich. die worte verschwimmen langsam. es bleiben umarmungen, berührungen und tränen.

paula ist wütend, weil ihr gedächtnis immer schlechter wird. sie hasst sich, weil sie ihre schlüssel, ihr portemonnaie und ihre notizzettel nicht mehr findet.
ich bin verzweifelt und wütend, weil ich es fast nicht ertrage, paulas zerfall mitanzusehen, ohne etwas verrichten zu können. ich stehe da und bin hilflos. so habe ich mir das nicht vorgestellt.

übers leben und den tod und den heiligen christopherus

vor vielen jahren haben paula und ich über den tod gesprochen. er war uns beiden nie fremd, nie ein gräuel, eher so ein unverständliches mysterium. oma war stark gläubige katholikin. ihr liebster heiliger war der christophorus, den sie immer dann anrief, wenn sie was suchte. die muttergottes war ihr wie eine freundin. die vorstellung, was nach dem tode sein würde, hat oma nie erschreckt. sie war sich immer sicher: eines tages würde sie beim lieben gott sein, ihre eltern, ihre brüder und meinen kleinen bruder wiedersehen.

nun ist es so eine sache mit der demenz. gläubig ist paula wohl immer noch. sehr oft sagt sie: „ich wünschte, der herrgott würde mich endlich zu sich holen.“ oder: „ich mag nicht mehr leben. der liebe gott soll jetzt endlich mal erbarmen mit mir haben.“ der heilige christophorus hingegen ist ihr kein begriff mehr, und das jetzt, wo sie ihn mehr als brauchen könnte. für mich, als agnostikerin, ist das alles nicht ganz einfach. aber meine aufgabe als enkelin ist es ja schliesslich, paula zu trösten. besonders schwierig wird es während paulas depressiven phasen, wo sie mich darum bittet, für sie zu beten. ich kann es nicht.

vor acht jahren hatten paula und ich einen handfesten krach. sie hatte nämlich per zufall erfahren, dass ich vor jahren zur kirche ausgetreten bin. paula wollte das nicht gelten lassen. meine argumente fand sie dementsprechend sackschwach. am ende der diskussion meinte sie lediglich: „egal, ob du an den herrgott glaubst oder nicht. er wird’s schon richten!“
so sei es.

drei leben

vor fünf jahren starb meine mutter. oma und ich waren an ihrer seite.
einen menschen zu verlieren, hab ich mir sagen lassen, ist eine sache, die mutter zu verlieren, eine ganz andere sache.

oma hat mir immer wieder erzählt, wie schrecklich der tod ihrer mutter für sie war. berta, meine urgrossmutter habe im spital gelegen, schwer krank und man habe sie im geschäft angerufen, sie möge doch bitte noch vorbei kommen. oma bekam von ihrer chefin nicht frei, um ihre mutter ein letztes mal zu sehen. als oma feierabend hatte, rief man sie zuhause an. sie müsse jetzt nicht mehr kommen. ihre mutter sei tot.

als ich damals vor fünf jahren morgens um acht von der arbeit weg ins pflegeheim meiner mutter fuhr, war ich sehr froh, dass ich meinen vorgesetzten informiert hatte und einfach so gehen konnte. die fahrt durch den nebel war gespenstisch und ich hatte furchtbare angst, dass auch ich zu spät kommen könnte.

doch ich hatte mich getäuscht: meine mutter starb nicht. sie liess sich zeit. alle, die wollten, konnten sich von ihr verabschieden, obwohl sie schon nicht mehr ansprechbar war. und das beste war: oma konnte auch kommen. ich weiss nicht, was für ein gefühl das für oma war, am sterbebett ihrer tochter zu sitzen. ich bin mir jedoch sicher, dass sich vielleicht an jenem tag eine angst verflüchtigte: sie war nicht zu spät gekommen. sie konnte ihre hände halten und ihre tochter, der sie ihr leben gegeben hatte, gehen lassen.

heute, fünf jahre später, ist meine mutter für paula ein schönes gesicht auf einem photo. sie erinnert sich weder an ihr dasein, noch an ihren tod. jetzt erinnere ich mich für uns beide.

die liebe verwandtschaft

es ist schon seltsam. wenn ein familienmitglied dement wird, spaltet sich die liebe verwandtschaft auf: die sonst immer so netten haben plötzlich immer was sehr dringendes zu tun, wenns ums ablösen oder einen besuch geht. die überkritischen fordern sofortige entmündigung und am liebsten einweisung die geschlossene psychiatrie, zuvor jedoch noch die verteilung der güter. und dann sind da noch die ewigen ignorierer, die selbst wenn oma nicht mal mehr selber aufs klo gehen kann, dran glauben, dass „das alles schon wieder wird“. übrig bleiben dann nur noch die sozialkompetenten, die ewig netten. an denen bleibt dann der ganze papierkrieg, das räumen der (vermüllten) wohnung, der umzug ins altersheim, hängen.

ich habe insofern glück, dass ich einen partner habe, der mich unterstützt und mich aushält, wenn ich mal wieder am ende meiner kräfte bin, weil ich alle meine freien tage bei paula verbringe. nicht zur ruhe komme.

ich habe glück, dass ich meinen vater und seine frau habe, die mir helfen wollen, wenns hart auf hart kommt.

vor allem aber habe ich glück, dass ich freunde habe, die sich bei all meinem gelaber über paula nicht von mir abgewendet haben. dafür bin ich sehr dankbar. dieses glück hat nicht jeder und ich bin mir dessen bewusst.

schön wäre, wenn die leser dieses blogs wahrnehmen, wenn in ihrem näheren umfeld not am mann oder an der frau ist. meistens ist zuhören die halbe miete.

 

die sache mit den medis

paula ist seit vielen jahren herzkrank. sie kriegt medis, was sie ausgesprochen doof findet.

jeden morgen kommt eine spitexfrau vorbei und schaut zu, wie paula ihre herztabletten schluckt. paula hält ihr jedes mal einen vortrag, was für eine verschwendung von zeit und geld es sei, dass die pflegerin ihr zuschauen muss, wie sie eine tablette schluckt. aus paulas warte scheint dies mehr als nur zu stimmen.

allerdings gibt es da noch eine andere seite.

vor ca. fünf jahren hatte paula eine gesundheitliche krise, in welcher sie schliesslich zuliess, dass ihr hilfe in form der spitex zuteil wurde. diese pflegerin hat jeweils unter anleitung von paula den haushalt gemacht aufgeräumt und – in paulas vorratsschrank geschaut.

der guten frau muss das herz still gestanden sein.

paula hat wohl über längere zeit brav ihre medis genommen und bei jeder untersuchung, bei der ihr hausarzt sie fragte, ob sie noch medis brauchen könnte, mit ja geantwortet. x angefangene packungen standen rum. nicht einmal mir hat sie die gezeigt. jedenfalls ging die pflegerin mit zur nächsten untersuchung und gab die tabletten zurück, sehr zum unwillen von paula, die sich über den finanziellen verlust ärgerte und meinte, dass man diese doch noch hätte brauchen können.

mittlerweile kriegt paula ihre medis im dosette vorgesetzt. das ist sicherer für die nerven aller beteiligten.

 

radio beromünster im schleudergang

die abschaltung des senders und die umlagerung der „musikwelle“ auf digitalradio brachten mich vor ein paar jahren fast um den verstand. paula machte mich darauf aufmerksam, dass sie ihren lieblingssender bald nicht mehr würde hören können. ich musste was unternehmen.

nun ist es so, dass sich paula technischen erneuerungen verschliesst. ein gerät mit mehr als einem knopf ist zu kompliziert. ein gutes beispiel ist ihre waschmaschine. als die den geist nach notabene über 20 jahren aufgab, kaufte sie eine neue. leider sieht das neue modell nicht so aus wie die alte. paula ist verzweifelt. eine einführung in die handhabung des neuen geräts ist relativ sinnlos, weil sie sich die einzelnen schritte nicht mehr merken kann. meine superidee, auf den „an“-knopf ein coop-pfannenmärkli zu kleben, fand sie wunderbar. ein paar tage später jedoch war das märkli weg. ihr kommentar: da hat was an der maschine geklebt.

mit dem dab-empfänger war es ähnlich. das erste gerät, handlich und günstig, hatte knöpfe. viele knöpfe. ich stellte paula den geliebten sender ein und übergab ihr das gerät. paula ist überglücklich. endlich kann sie wieder marschmusik und ländler hören. na gottseidank.

kaum sind wir nach einer stunde fahrt zuhause, klingelt das telephon. paula ist dran. das radiogerät ist defekt. keine musik mehr. grosses drama.

an meinem nächsten freien tag fahre ich wieder zu ihr. ich begreife, was los ist. ich erkläre ihr, dass sie nur den „on“-knopf betätigen soll. paula nickt. kaum bin ich zuhause, wieder dieselbe geschichte.

schliesslich habe ich DIE idee: ich klebe die ganzen anderen knöpfe mit einem stück papier ab. darauf schreibe ich: „finger weg, omi“. ha. paula lacht, als sie den zettel liest. dieses mal hält die chose ganze zwei wochen. dann fragt sich paula wohl, warum jemand auf einen zettel „omi“ schreibt. tja.

die endgültige lösung finde ich erst, als ich ein neues gerät kaufe, dass genau einen knopf hat. und das funzt seither. gottseidank.

einkaufen

vor bald einem jahr nahm ich paula das letzte mal mit zum einkaufen. mit paula einkaufen braucht nämlich harte nerven:

so kann sie minutenlang vor einem regal stehen und sinnieren. sie erkennt neue verpackungen nicht mehr und wundert sich, warum ihr lieblingskaffee incarom nicht in der migros erhältlich ist. an nicht so guten tagen beginnt sie eine diskussion mit einem verkäufer. vor dem fleischregal spricht sie wildfremde menschen an und fragt: „sagen sie, kennen wir uns nicht?“. Dass ihr gegenüber offensichtlich peinlich berührt ist, bemerkt sie nicht. ihr smalltalk mit der kassiererin stösst meistens auf negatives echo. leute hinter ihr in der schlange beklagen sich lauthals drüber.

im oberen stock der migros ist die non-food-abteilung. dort geht sie mit vorliebe in die spielzeugabteilung. sie streichelt kuscheltiere. wenn ich ihr dann eines kaufe, strahlt sie und fängt gleichzeitig an zu weinen.

wir sind vor jahren durch paulas stadt gelaufen. paula war desorientiert, dass es keine epa mehr gab. dass coop city jetzt da drin ist, leuchtete ihr nicht ein. sie schüttelte den kopf und meinte: „was es nicht alles gibt.“

paula hat grosse läden immer geliebt. ich erinnere mich dran, dass wir mit vorliebe in die epa, den jelmoli, und in den keller-ullmann gingen. wir marschierten durch die haushaltsabteilung, die spielzeugabteilung und schauten uns alles ganz genau an. sie erzählte mir dann, wie sie damals als junges mädchen die kasse bedienen durfte, weil sie es einfach sehr gut konnte.

dieses gemeinsame einkaufen vermisse ich sehr. was das betrifft, wird mir immer wieder schmerzlich bewusst, dass ich meine oma, meine beste freundin, verliere.