Was wird sein?

Heute abend fand mein Adventsfenster statt. Das Fenster war nicht der Rede wert. Ich hatte keine Zeit und Lust, gross zu basteln. Ich wollte stattdessen vorlesen.

Während die Gäste in unserer Stube sitzen, wird mir bewusst, dass dies das letzte Mal sein wird, dass ich im Thurgau ein kleines Fest veranstalte. In einigen Wochen ziehen wir hier weg.

Wir reden. Normalerweise bin ich nicht so der Gesprächsmensch. Die Themen sind vielschichtig. Wir sprechen über Tod und Leben. Nichts, was man einfach so an einem oberflächlichen Ort besprechen würde. Ich bin dankbar für all die Begegnungen und die Menschen, die ich hier im Thurgau kennen lernen durfte.

Ich pendle zwischen mehreren Welten. Da ist unsere Wohnung, die sich langsam leert. Wer jahrelang am gleichen Ort lebt, hinterlässt Müll. Wir werden viele unserer Möbel weggeben. Nur den grossen Tisch, das Harmonium und unser Bett werden wir mitnehmen. Alles andere kommt weg. Ich sortiere Kleinigkeiten aus. Bücher, die ich nie mehr lesen werde.

Und dann ist da das Haus im Toggenburg. Wir renovieren. Wir freuen uns einfach nur, dass es da ist. Ich schleife die Wände meines Büros ab. Es ist ein Gefühl, das unbeschreiblich ist. Unser Haus. Unsere Zukunft.

Noch schneit es nicht.

Drittes Adventswochenende. Der Besuch ins Toggenburg steht an.
Es gilt, Opas Kommode in die Stube zu verschieben. Sie soll unser neues Fernsehmöbel werden.

Ich mag Opas Kommode. Sie erinnert mich an ihn. In ihr bewahrte er seine geliebten Musikinstrumente auf. Seine Briefmarken. Seine Märklin. Die Lupe. Die Jahre scheinen an ihr vorübergezogen zu sein. Sie ist fast wie neu.

Ich kann mich nicht von ihr trennen. Sie ist kein Design-Klassiker. Sie ist einfach nur schön.

Ich muss dran denken, dass Opa in einigen Tagen seinen 90sten Geburtstag feiern könnte. Opa ist nicht mehr da. Nur sein Grab noch. Seine Werkzeuge im Keller. Und seine Kommode.

 

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Opa. Wahrscheinlich Ende der 60er Jahre in Sirnach.

 

 

Nachtrag vom 13. Dezember 2014
Jetzt steht Opas Kommode wieder in der Stube.

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Übers Toggenburg

Ein wenig erscheint mir mein Toggenburg wie ein fernes Irland. Es ist rauh. Die Menschen sprechen eine scharfe Sprache. Trotzdem ist es in den Häusern drinnen warm.

Mitte November. Die Luft wird kälter. Der Martinisommer hat mich das ganze Wochenende lang mit Sonne verwöhnt. Ich möchte fürs Leben gern in Sonnenbrille und Wolldecke gehüllt auf unserer Terrasse auf dem Liegestuhl liegen.

Ein wenig Respekt habe ich schon vor der baldigen neuen Lebenssituation. Die Winterabende meiner Kindheit, wenn mir von den Zehen her der Kuhnagel wuchs, sind mir unvergessen. Zudem ist es schon komisch, mit meinem Freund im ehemaligen Schlafzimmer meiner Oma und meiner Urgrosseltern zu schlafen.

Doch dann denke ich, dass seit 175 Jahren die Bewohner dieses Hauses in diesen Räumen leben und ich die Ehre habe, ebenfalls dort den Rest meines Lebens zu verbringen.

2012 war der Winter besonders schlimm. Ich war so froh, dass Omi Paula nicht mehr im Haus lebte. Der viele Schnee, die Kälte, hätte ihr schwer zu schaffen gemacht. Ich hoffe sehr, dass dieser Winter mild wird, damit wir in Ruhe unsere Sachen zügeln können. Meinetwegen kanns ab März Katzen hageln.

Vom Thurgauer Herbst

Der Thurgauer Herbst fängt an und ich hab das Gefühl, dass ich ihn besonders geniessen muss. Schliesslich werde ich in einem Jahr nicht mehr in dieser Gegend wohnen.

Früher hätte ich nie gedacht, dass ich einmal bereit wäre, von meines Vaters Heimat fortzugehen. Thurgauerin bin ich von Geburt her. Zwar bin ich im Kanton St. Gallen geboren, aber gelebt habe ich fast immer nur hier. Als ich mit 16 in die Romandie fuhr, was ich selber gewählt hatte, verspürte ich schreckliches Heimweh.

Aber nun, mit 37, ist die Sehnsucht nach dem Toggenburg stärker. Ich möchte im Haus wohnen. Der Arbeitsweg ist mir egal. Ich sehne mich nach der Sonne, den Bergen, dem kühlen Wind, der fremden Sprache.

Die Thurgauer Seite meiner Familie hat sich immer etwas lustig über die Toggenburger Seite gemacht. „Sie hät halt en huere Toggäburger Grind“, hiess es. Das bedeutet, dass jemand stur ist und seinen eigenen Weg geht. Den Toggenburgern bleibt ja auch nichts anderes übrig.

Wenn man im Thurtal lebt, ist die offene Landschaft Segen und Fluch zugleich. Der zähe Thurgauer Nebel schlägt aufs Gemüt. Ab September stinkts rund um Frauenfeld nach Zuckerrüben, dass es einem Fremden fast übel wird. Wir hier aber atmen den Duft ein und wissen, bald ist es Winter.

Der Untersee ist nahe und im Sommer wähnt man sich am Meer. Im Toggenburg wohnt man am Fusse des Säntis. Die Berge prangen in der Nähe. Der Schnee ist ab November ein guter Freund. Die Verbindung zwischen Toggenburg und Thurgau ist die Thur. Die Eilende. Hier im Toggenburg oben ist sie wild und bezähmt. Im Thurgau hingegen fliesst sie brav und still vor sich hin. Nur bei Unwettern zeigt sie ihr wahres Gesicht.

Das Haus ist mein Angelpunkt. Es liegt an einem der vielen Zuflüsse der Thur. Omi Paula lebt nur zwei Dörfer weiter. Egal, was passiert, hier oben bin ich den meinen näher. Auf dem Friedhof liegen sie alle und ich möchte mehr als nur die Gräber bepflanzen und wieder in den Nebel zurückkehren. Ich will hier leben.

verdiente Armut

Gestern war ich im Haus. Es hat mir gefehlt, die letzten drei Wochen. Mir scheint, als würde das Leben allzu schnell an mir vorüber ziehen. Ich werde alt, während es, das Haus, gleichbleibend 175 Jahre zählt.

Ich bin jetzt 37 Jahre alt. Fast 140 Jahre jünger als das Haus., fast 90 Jahre jünger als Henri, der das Haus in den 50er Jahren kaufte. Henri ist der grosse Unbekannte in meinem Leben, nebst Anna, meiner Urgrossmutter.

Henri wurde 1889 im Toggenburg geboren. Er hat sein Leben lang in der Textilindustrie gearbeitet. Seit gestern weiss ich, dass er bis zu seinem 75sten Lebensjahr einen Job in der Textilfabrik hatte.

1964 wurde er „pensioniert“. Er blieb bis zum Ende seines Lebens umtriebig. Er züchtete Waschbären, Hunde und pflegte mit Röös seinen Garten.

Ich erinnere mich dunkel an seine knorrige Nase, die der meinen gleicht. seine Stimme. Seinen Bauch. Sein Lächeln. Ich war noch ein kleines Kind, als ich ihn wahrnahm, wie er so da sass in seiner dunklen Toggenburger Stube.

Die Stube sieht längst anders aus. Die Bewohner des Hauses sind gegangen. Walter, Henri und Röös sind tot. Paula lebt in einem Pflegeheim, während ich das Haus räume und mich seinen Geheimnissen stellen muss.

Als Röös und kurz darauf mein Urgrossvater Henri starb, waren meine Grosseltern Walter und Paula gezwungen, den übrigen Verwandten Geld zu überweisen. Ich habe nie verstanden, warum mein Grossvater derart gekränkt war.

Heute weiss ich es. Er musste beweisen, dass mein Urgrossvater Henri nicht arm geheiratet hat. Er musste Beweise vorlegen, dass Henri Geld besass.

Ich erinnere: Henri war zuerst mit Anna verheiratet. Sie mussten bis zum Ende des Ersten Weltkriegs warten, bis sie heiraten konnten. Dann wurde Nelly geboren. Aus mir noch unbekannten Gründen starb Nelly als Kleinkind. 1924 wird mein Opa Walter geboren. 1947 stirbt Anna in St. Gallen an Brustkrebs und wird auch dort begraben.

Mein Uropa Henri hat jahrelang gearbeitet. Er war ein fleissiger Mann. Haben die Arztkosten von Anna ihn zu einem armen Mann gemacht? Hat dies meinen Grossvater so sehr gekränkt? Ich kann nur spekulieren und hoffen, dass das Haus mir weitere Spuren seiner Bewohner bereit hält.

Sehnsucht

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht ans Toggenburg denke. Mir scheint, als würde ich mich langsam von meinem geliebten Thurgau ablösen. Wenn ich der Thur entlang fahre, denke ich dran, dass weiter oben an ihrem Lauf mein baldiges Haus steht.

Bald ist Herbst. September ist der strengste Monat von allen. Ich will nicht viel Zeit zum Nachdenken haben. Dieses Jahr ist der 35ste Geburtstag und der 35ste Todestag meines Bruders. Ich habe mich noch nicht mal an sein Grab getraut aus Angst, dass es nicht mehr da ist.

ich versuche, ihn zu ersetzen. Eine Freundin hat mir gesagt: es kann doch nicht sein, dass ein Baby dein Leben so in Bann hält. Ich hege die Hoffnung, dass ich im Toggenburg mein Haus einrichten kann. So ein Haus ist wie ein Kind. Es will gehegt, gepflegt und geliebt werden. Ich will endlich wieder in der Natur leben. Einen Garten haben. Die Rosen schneiden. Laub kehren. Den Igel und die Krähen erwarten.

Ich möchte eine Tanne im Garten pflanzen, einen Magnolienbaum und einen Apfelbaum. Ich freue mich so sehr auf den Frühling, die Blüten, die Farben und den Geruch. Ich möchte endlich wieder Primeln sehen.

Ich freu mich so auf die brütenden Spatzen, hoffe, einen Fuchs ums Haus schleichen zu sehen.

Heute morgen früh um viertel nach sechs sah ich ein Reh. Es lief ganz langsam über ein braches Feld. Ich hielt an. Wir beäugten uns. Ich wollte es fotografieren, doch dann dachte ich, dass dieser Moment uns gehört. Das Reh lief bedächtig über die Strasse und blieb einfach stehen. Es schien keine Angst zu haben. Bevor es im Wald verschwand, drehte es sich um und warf mir einen letzten Blick zu.

Von den Wurzeln, dem Leben und der Heimat

Irgendwie bin ich nicht weit herum gekommen.
Im Thurgau bin ich aufgewachsen zwischen Dreckhügeln, Nebelschwaden und Apfelbäumen. Ländlich. Ich sage: dreissig Jahre hinterher. Als man in Zürich darüber sprach, dass die Jungen Heroin spritzen, galt in meinem Dorf rauchen und wild herumknutschen als Gipfel der Verdorbenheit. 1989 war die Jugend auf dem Dorfe ein ewiger Groschenroman.

Mit 17 lebte ich ein Jahr lang in Nyon. Das kommt mir heute vor wie das Leben auf einem anderen Planeten. Die Gegend war nicht mal so sehr anders als die im Thurgau: grüne Hügel, Weinberge und ein grosser See. Die Menschen hingegen schienen auf eine seltsame Art und Weise offener als in meiner Heimat.

Nach der Lehre ging ich nicht fort aus dem Thurgau. Ich konnte nicht. Da war das Dorf, mein Heimatort. Nur wenige Kilometer von hier war meine Familie entstanden Die Gegend zieht mich an wie ein Magnet. Schon vor 500 Jahren haben die Meinen hier gelebt, deren Name, Debrunner, ich trage. Es ist der Name meines Vater. Ich liebe diesen Namen. Er bedeutet mir viel.

Die andere Hälfte von mir, die mütterliche, entstammt aus dem Toggenburg. Dieses Tal, auch hier fliesst die Thur durch, ist ebenfalls meine Heimat. Von hier kommt meine Mutter, mein Grossvater und mein Urgrossvater.

Ich bin und her gerissen. Besonders im Frühling liebe ich den Thurgau. Ich kann mir nicht vorstellen, hier wegzugehen. Doch das Haus im Toggenburg zieht mich an. Der Sommer ist so wunderbar dort. Kühl. Schattig. Plätschernd. Der Winter ist so bitterkalt.

Anna, meine Urgrossmutter, stammte aus Herisau. Um 1918 muss die Heirat in Richtung Toggenburg noch wie eine Weltreise gewesen sein. Oft denke ich an Anna, wenn ich von Lichtensteig über die Wasserfluh fahre. Wie sie wohl gereist ist?

Ich muss dran denken, dass auf dem Friedhof in Lichtensteig alle Meinigen mütterlicherseits begraben sind; Anna, Rosa, Henri, Nelly, Uschi und Walter. Irgendwann wird auch Paula dort ihren ewigen Schlaf halten. Warum also sollte ich nicht in dem Städtchen leben wollen, fernab der (alten) Heimat?

sommerferien bei paula

die sommerferien bei paula und walter im toggenburg waren die schönsten erlebnisse meiner kindheit. meine schwester und ich packten jeweils koffer (und migrossäcke) voll mit zeugs, das wir während zwei bis vier wochen mit zu ihnen nahmen. die eltern fuhren uns jeweils hin. dann verschwanden sie schnell wieder.

paula trug weite, bunte kleider. sie war gross gewachsen, ein wenig rundlich, aber nicht dick. ihr schwarzes haar war durchzogen von grauen strähnen. walter war schmächtig, hatte einen leichten buckel und trug fast immer seinen blaumann. nur wenn er in den ausgang ging, trug er einen feinen anzug mit krawatte.

wir waren vollkommen frei, meine schwester und ich. wir konnten spielen, bauten uns hütten aus tüchern über der wöschhänki, schwammen im lederbach, tollten mit barri herum oder schauten fern. manchmal gingen wir ins schwimmbad, wir gärtnerten, strichen das gartentor.

ich sortierte knöpfe, vogelfutter, walters werkzeug, studierte briefmarken, während meine schwester mit der schaufel barris haufen aus dem hohen gras fischte und in den bach schmiss.

manchmal machten wir ausflüge. wir reisten nach luzern zum löwendenkmal, ins kloster einsiedeln, in die epa nach st. gallen oder nach augusta raurica.

der sommer ging immer schnell vorbei. irgendwann ging ich nicht mehr zu paula und walter. ich glaube, mit 19 war ich das letzte mal da. ich hatte gerade eine woche im spital verbracht, da mein kiefer operiert wurde. ich konnte nicht mehr essen, nur noch trinken. es war warm draussen. paula verwöhnte mich wie ihren augapfel. barri schwänzelte um mich herum. walter lag im bett und fühlte sich krank. viereinhalb monate später würde er tot sein.

anna und ich

ich habe anna nie kennengelernt. was ich über sie weiss, habe ich nur von walter, meinem grossvater und paula gehört. auch paula hat sie nie getroffen, aber oft von ihr geträumt.

anna wurde zwischen 1890 und 1898 wahrscheinlich in herisau geboren. sie arbeitete als serviertochter in einem gasthof. in der zeit um 1914 hat sie meinen urgrossvater heinrich kennen gelernt. die beiden haben sich ineinander verliebt. 1924 wurde dann walter geboren.

das klingt auf den ersten blick sehr idyllisch.
in den letzten monaten, während paulas züglete habe ich viele briefe und dokumente über anna erhalten. mir wurde vieles klarer.

anna und heinrich haben sich sehr viele briefe und karten geschrieben. in ihren briefen hat sie in ihn immer henri genannt. sie haben lange zeit im toggenburg gelebt. erschütternd war für mich der tag, als paula mir annas todesanzeige in die hand gedrückt hat. ein kleines stück papier aus dem jahr 1947 erzählt mir, wie meine urgrossmutter unter furchtbaren qualen starb. sie litt an brustkrebs und starb als junge frau.

doch nicht genug. in dem kleinen schächtelchen, von dem ich nicht weiss, wer es immer so sorgsam mit andenken meiner familie gefüllt hat, finde ich noch mehr: die todesanzeige meiner grosstante nelly, die 1922 starb. niemand hat je über sie gesprochen. ich weiss nicht, woran sie gestorben ist.

nelly erinnert mich an meinen bruder sven, der ebenfalls als kind starb. wiederholt sich hier ein muster? warum fühle ich diese nähe zu anna? wenn ich ihr gesicht auf photos anschaue, sehe ich mich selber. wir haben dieselben kantigen gesichtszüge. dieselbe frisur.

ich hätte sie sehr gerne kennengelernt.

paula und die katzen

paula wuchs in den 20er jahren in einer kleinstadt in der ostschweiz auf. ihre eltern waren sehr, sehr, sehr arm. ich vermute, daher kommt auch paulas aufbewahrungszwang her. ihre eltern, berta und johann, hatten neben paula noch vier andere kinder. ich weiss nicht genau, wie sie aufgewachsen sind, nur wo. aber ich vermute mal, dass sie nicht immer genügend zu essen hatten.

als paula und mein opa verheiratet waren, schafften sie sich einen wellensittich an, piepsli. meine mutter hat ihm sprechen beigebracht. katzen hatten sie nie. paula fürchtete sie würden ihr die beine verkratzen. ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass paula angst vor diesen tieren hatte.

paula und mein opa zogen in den 80er jahren zu den urgrosseltern ins toggenburg. dort pflegten sie nicht nur die beiden hochbetagten, sondern auch deren tiere: eine strubbelige katze und barri, den sennenhund. paula und opa liebten barri über alles. als dieser starb, brach für paula eine welt zusammen. mit der strubbelkatze wurde sie nie so richtig warm.

nach opas tod war paula sehr einsam. doch sie blieb nicht lange allein. röteli, ein rotfelliges katzenweibchen und simeli, ein tiger, (und bestimmt noch x andere) kamen bei ihr vorbei. paula hatte grossen respekt vor diesen tieren und mir mehr als einmal geschildert, wie sie erfolglos versucht hat, die beiden zu vertreiben.

schliesslich zogen die beiden bei ihr ein. röteli schlief oft in der stube auf einem bereitgelegten barchetlaken, simeli kam zum fressen. mit der zeit vergass paula auch mal die namen der beiden oder gab ihnen neue. röteli blieb ihr so oder so treu. mir fiel allerdings auf, dass röteli kastriert und auch sonst gepflegt herum lief. wer war ihr anderer mensch?

die trennung von röteli war ganz furchtbar für paula. ich bin ganz froh, dass röteli bei paulas auszug nicht da war. als wir am mittag des selben tages noch ins haus gingen, um alles abzuschliessen, sah ich röteli das letzte mal. ich gab ihr zu fressen und richtete ihr grüsse von paula aus.

paulas nachbarin erzählte uns, dass der wahre besitzer von simeli und röteli sehr wohl wusste, dass paula seine katzen durchfütterte. er liess es aber geschehen und musste sich sprüche anhören, dass er sie jetzt wieder selber ernähren muss.

paula jedoch hat eine neue feline freundin gefunden. noch hat sie keinen namen. aber sie hat schon begriffen, dass es bei paula immer etwas feines zu fressen gibt.