10 Jahre sind alles und nichts

Meine Mutter verstarb am 17. Oktober 2007 um 16.15 im Pflegeheim Wil.
Ich glaube, das Heim heisst heute anders.
Vor zehn Jahren war ich dreissig Jahre alt und färbte mein Haar nur aus Lust.
Nach dem Tod meiner Mutter zog sich eine breite weisse Strähne durch mein Haar.

Ihr Sterbezimmer war sonnendurchflutet.
Ich fühlte mich für alles zu jung und zu unwissend.
Ich hielt jene eine Nacht an ihrem Bett Wache,
so wie sie bei meiner Geburt nicht mehr zum Schlafe kam.

Ich hielt sie im Arm, weil ich dachte, ihr Tod sei das Schlimmste,
was mir mit 30 passieren konnte.
Ihr Atem, ihr ausgezehrter Körper in einer letzten Nacht.
Meine Angst.

Dann wachte ich auf. Nach kurzem Schlaf.
Ich ging unter die Dusche und wusch
mir die Angst vor dem Tod vom Körper.
Danach ging ich zurück an ihr Bett.

Als sie starb, war ich nicht alleine.
Wir standen da vor ihr.
Ein letzter Blick auf sie.
Im Wissen, dass das nicht alles war.

ten years ago

„heute geht es mir etwas besser als gestern. ich bin recht müde. die durchwachte nacht vom dienstag auf den mittwoch hat mich recht viel kraft gekostet. Meine eltern und freunde kümmern sich um mich.

ich habe am montag, so ab 15.00, am dienstagnachmittag und am mittwoch den ganzen tag zeit. ich muss allerdings noch für den mittwoch mit der friedhofverwaltung einen termin abmachen, weil ich dann mamis urne abholen muss.

die beerdigungsfeier und das drumherum habe ich organisiert. ich muss jetzt nur noch ihren lebenslauf schreiben und dem pfarrer per mail schicken. dann hab ichs für den moment.

zuhause halte ich es momentan fast nicht aus, weil die ganze wohnung voll von mamis sachen ist. ich habe bemerkt, dass ich fast keine schönen fotos von ihr habe. ich habe nur wenige, wo wir zusammen drauf sind.

ihr sterben mitanzusehen war die intensivste erfahrung meines bisherigen lebens. ich stelle mir im nachhinein vor, dass sterben vergleich mit gebären ist. am ende wirkte meine mutter eher wieder wie ein säugling, sehr in sich zurückgezogen, sehr friedlich. ihr körper war noch nach einer stunde nach dem tode warm. ich habe sie bis zum ende gestreichelt und geküsst. 

und ich habe am ende ihre liebe gespürt, ihr unvermögen, gefühle auszudrücken. sie konnte es einfach nicht und ich merkte, dass es falsch war zu denken, sie hätte mich nicht geliebt. ich habe für sie geweint, weil sies nicht konnte.

ich war furchtbar froh, dass sie in wil gestorben ist. die schwestern waren so liebevoll mit ihr, dass ich zwischendurch einfach weinen musste. sie kamen manchmal ins zimmer und haben sie einfach nur gestreichelt. sie haben ihr ade gesagt. das war wirklich sehr sehr schön.“

Dieser Text entstand wenige Tage nach dem Tod meiner Mutter Ursula.
Ich schrieb ihn an Inge, die vor einigen Jahren bei einem Unfall verstorben ist.

Zehn Jahre sind ein Tag

Vor zehn Jahren um diese Zeit verabschiedete ich mich Tag für Tag, Stunde für Stunde, von meiner Mutter.
Ich wusste genau: Sie stirbt jetzt. Es gibt keine Hoffnung. Nicht in diesem Leben. Ich muss das Endliche akzeptieren.

Der September und der Oktober sind nicht meine Lieblingsmonate.

Ich mag zwar den Nebel und die Kühle des Herbstes, aber der Geruch der Luft lässt mich noch immer erschauern. Denn es riecht nicht nur nach Kälte und Zuckerrüben, sondern auch nach frischer Leber.

Die Bilder von damals sind mir noch immer präsent.
Meine Mutter, wie sie mit 56 im Pflegeheim unter jenen 90jährigen lebt, die sich selbst und die Welt vergessen haben. Sie aber fühlt sich wie 16 und sieht nur alte Menschen und mich, die Tochter, die sie nicht mehr kennt.

Die Pflegenden, die sich über das Hiersein meiner Mutter freuen.
Nagellack von Chanel. Der Farbton gleicht Galle. Lotion, die die sterbende Haut wieder zum Leben zurückholen soll. Taschentücher, die immer bereit sind für fallende Tränen in dummen Momenten.

Meine Tränen.
Meine Verzweiflung.
Die Trauer, die aus meinem Körper herausdrängt wie Kotze nach einer durchzechten Nacht.
Meine Mutter, wie sie sich über den Besuch meiner Katze freut.
Meine Oma, die so tapfer ist, wenn sie meine Mutter, ihre Tochter von damals, besucht. Ein Fels in der Brandung. Mit schwarz-grauem Haar und grün-braunen Augen, die sich im Hier und Jetzt und an Urseli festhalten. Das baldige Vergessen im Rücken.

Jemanden bis zum Ende des Lebens zu begleiten, ist ein Geschenk.
Die Angst vor dem Tod verfliegt und man gewinnt das Leben noch lieber.
Zu erleben, wie ein geliebter Mensch stirbt, ist immer ein grosser Schmerz.
Zuzuschauen, wie jemand seinen allerletzten Atemzug macht, ist nicht schön.
Es macht dich ganz klein und unwichtig und erinnert dich daran, was dir noch bevorsteht.

Dabeisein bis am Ende ist ein Geschenk.
Aber es gibt auch eine Verantwortung, die man übernimmt, wenn man da ist für seinen Menschen:

Man vergisst ihn nicht.
Man erinnert sich an all die schwierigen und traurigen und auch schönen Momente.
Man wird zum in die Haut geätzten Tagebuch.
Zehn Jahre sind ein Tag.

Wie es ist.

Vor 38 Jahren wurden mein Vater und meine Mutter zum zweiten Mal Eltern.
Ich kann mich heute noch an den Bauch meiner Mutter erinnern und das Glück in ihren Augen. Ich war knapp zwei Jahre alt. Ich schmiegte mich an ihren Körper und durfte die Bewegungen meines Bruders in ihrem Bauch an meinem Ohr fühlen.

Ich hatte keine Ahnung, was es bedeutet, ein Geschwisterchen zu kriegen. Ich konnte es mir nicht vorstellen. Aber ich kann mich heute noch an meine Schritte in der Wohnung in Wängi erinnern. An die Möbel, das Licht, die Vorhänge und den Geruch. An meine Spielsachen. An die Tigerkatze, die sich an meine Beine schmiegte.

Heute, mit 40 fühle ich mehr denn je mit meinen Eltern mit, die damals ein Kind bekamen und wenige Tage nach der Geburt verloren. Meine Eltern waren bei seinem Tod am 20. September 1979 um die 30 Jahre alt. Mit seinem Tod zerbrachen Hoffnungen und Träume. Jahre der Trauer, der Verzweiflung und der Schuldgefühle sollten folgen.

Meine Omi hat immer gesagt: Alles ist für etwas gut.

An Swens Tod kann ich, noch immer, keinen Sinn erkennen, ausser dass ich es heute einfach akzeptiere, wie es ist.

Wil SG. 10 Jahre später

Vor 10 Jahren um diese Zeit sind Omi und ich oft bei Mami im Pflegeheim gewesen. Ich frage mich, wie sich Omi im Angesicht des Sterbens ihrer einzigen Tochter gefühlt haben mag. Omi war zwar traurig, aber auch gefasst. Sie war mir wie ein Fels, ein klein wenig wie der Christopherus, den sie immer so sehr gemocht hatte und dessen Holzstatue nun in der Altstadt steht.

Durch Wil zu spazieren, ist für mich heute noch immer seltsam. Ich bin, wie Omi und Mami in dieser Stadt geboren und irgendwie fühlt es sich erdig und behütet an. Als Kind und Jugendliche bin sehr oft mit Omi durch die Einkaufsstrasse flaniert. Noch immer muss ich lächeln, wenn ich in den Coop City trete, der früher einmal EPA und noch viel früher Oscar Weber hiess, und mir vorstelle, wie Omi in diesen Räumen gearbeitet hat. Da ist die Zärtlichkeit ihrer Hände, wenn sie Haushaltsartikel berührte. Ihr Lächeln beim Anblick schöner Pfannen und Geschirrtücher.

Wenn ich in der Altstadt in einem Café sitze, denke ich an Omi, die am Stadtweiher unten aufwuchs und bestimmt hier oben als kleines Mädchen durch die Gassen gerannt ist. Ich versuche mir vorzustellen, wie es hier in den 30er Jahren ausgesehen hat.
Ach Omi, du fehlst.

Einkaufen mit Omi
2010

P8191793
2017

Weggefährten

1998 war ich gerade 21 Jahre alt geworden und todunglücklich.
Ich konnte nur schwer ertragen, wie sich meine Mutter langsam aber sicher mit Hilfe von Alkohol umbrachte. Ich fühlte mich nicht in der Lage, ihr zu helfen.
Ich wollte und musste irgend etwas unternehmen gegen meine Ohnmacht.

So meldete ich mich bei der Beratungsstelle und bat um Hilfe.
Ich erinnere mich noch heute, fast 20 Jahre später, an Frau I’s Stimme.
Sie war sehr freundlich zu mir und lud mich zu einem Gesprächstermin ein.
In ihrem Büro, Altbau, Parkettboden, hohe Wände, schilderte ich schliesslich mein Anliegen:
Ich wollte meiner Mutter helfen, vom Alk wegzukommen.

Frau I. sass vor mir und sagte:
„Frau Debrunner, Sie können Ihrer Mutter nicht helfen. Sie können nur sich selber helfen.“
Diese Worte werde ich nie vergessen.

Von da an besuchte ich Frau I. einmal die Woche.
Wir sprachen jeweils eine Stunde lang miteinander.
Irgendwann, nach langer Zeit, flossen endlich meine Tränen.

Frau I. war wenig älter, vielleicht 10, 12 Jahre, als ich.
Ich begann, mit ihrer Unterstützung, zu begreifen, was in meiner Familie, mit meiner Mutter, geschehen war. Ich lernte zu verstehen und, endlich, mir nicht mehr die Schuld an allem zu geben.
Das war harte Arbeit und bitter nötig.

Einige Jahre später fühlte ich mich stark genug und ich besuchte sie nicht mehr.
Sie sagte: „Sie können immer hierher kommen, wenn Sie Hilfe brauchen.“

2007 lag meine Mutter im Spital Frauenfeld.
Sie hatte eine Leberzirrhose und ihr blieb nicht mehr viel Zeit.
Ich wusste, was sie erwartete.
Ich wusste auch, was mich erwarten würde.

Der Arzt rief mich an und sagte mir, er würde meine Mutter nach Hause entlassen.
Ich weiss noch heute, was ich damals dachte:
Das ist ihr sicherer Tod.

Sie würde nicht aufhören können, Wasser zu trinken und elendiglich in ihrer Dachwohnung verrecken.
Kein Mensch würde wollen, dass ein anderer Mensch so stirbt.
Ich wusste genau, wenn sie nach Hause entlassen wird, würde ich sie tot auffinden.
Das wollte ich nicht.
Dem Arzt war das scheissegal.

„Intakte Familien nehmen ihre Sterbenden mit nach Hause und pflegen sie dort.“

Ich rege mich noch heute über seinen Satz auf, seine absolute Unfähigkeit mit einem sterbenden Menschen (und seinem Umfeld) umzugehen. Der Arzt liess nicht mit sich reden.
„Übermorgen werden wir Ihre Mutter nach Hause schicken.“

Und so rief ich Frau I. an.
Wieder.
Ich spürte, sie könnte mir helfen.
Ich brauchte nicht viel zu sagen. Dazu war ich gar nicht in der Lage.

Frau I. reichte in meinem Namen eine Gefährdungsmeldung bei der Stadt ein und sorgte so dafür, dass meine Mutter nicht heimgeschickt wurde. Wenig später verstarb meine Mutter im Pflegeheim.

Ich musste, im Rahmen meiner Weiterbildung, sehr oft an Frau I. denken.
Ich habe sie nach Mamis Tod nur noch einmal gesprochen.
Alles war gut.

Ich suchte vor einigen Tagen im Netz nach ihr, weil ich wissen wollte, was sie heute so macht.
Ich fand nichts ausser einer Todesmeldung.
Sie starb vor sechs Jahren bei einem schrecklichen Verkehrsunfall.

Ach, liebe Frau I.
Danke für alles.
Sie fehlen.

Vorwärts schauen

Die letzten Tage war ich sehr mit meiner Arbeit beschäftigt. So bleibt mir wenig Zeit nachzudenken. Schreiben mag ich aktuell nicht wirklich. Ich versenke meine Gedanken lieber ins Arbeiten mit Wolle.

Omi hat mir kistenweise Wollknäuel hinterlassen und wie schon beim Tod meiner Mutter verspüre ich jetzt den tiefen Wunsch, meine Trauer mit den Händen zu verarbeiten. Ich stricke, nähe und häkle, was das Zeugs hält und fühle mich so besser.

Manchmal frage ich mich schon, warum Omi damals so viele Wollpakete gekauft hat. Sie war immer stark kurzsichtig gewesen und ich habe sie ganz ehrlich nie beim Stricken gesehen. Trotzdem hat sie wenige Jahre vor ihrem Tod gemeint: „Vielleicht fange ich ja noch damit an…“

Montag

Seit heute morgen vier Uhr lebt Omi nicht mehr.
Verstanden habe ich es wohl. Aber glauben konnte ich es nicht.
Mein Herz tut sehr weh.
Ich ziehe meine schwarzen Kleider an, die bereit gelegt im Schrank auf mich warten.

Wir fahren ins Pflegeheim. Dort werden wir von den Pflegenden empfangen.
Ich brech in Tränen aus, als ich Omis Gedenktischchen erblicke.
Auf dem Foto blickt sie lachend in die Kamera.
Daneben liegt ihr roter Rosenkranz, ihr Brillenetui und mein Buch.
Ach Omi, denke ich.

Die Pflegende tröstet mich.
Sie umarmt mich, derweil ich an ihrer Schulter weine.
Dabei gibt es keinen Trost.
Sie begleitet uns hinauf zu Paulas Zimmer.
Sie sagt: „Ihr Omi sieht wunderschön aus.“

Wir treten ins das Zimmer, wo wir die letzte Woche so viel Zeit verbracht haben. Omi liegt, gekleidet in ihren dunkelblauen Blazer, ihre weisse Bluse und mit einem ihrer bunten Halstücher, da. In ihren gefalteten Hände hält sie ihren schwarzen Rosenkranz. Das Zimmer riecht nicht nach Tod.
Als ich Omi so daliegen sehe, fliessen meine Tränen.
Sie sieht so friedlich aus.
Ich berühre Omis Hände. Sie sind kalt.

Ich lege einige Gegenstände auf ihr Bett. Den Schutzengel, ein Plüschtier, eine rote Rose, das Foto von Röteli und eines von mir. Immer wieder berühre ich ihre Hand, weil ich begreifen will und muss, dass sie mich nie mehr anlächelt, nie mehr umarmt und nie mehr meinen Namen sagen wird.
Ihre letzten Worte an mich fallen mir ein:
„Aber warum bist du denn traurig?“

Dann setze ich mich wieder auf den Stuhl. Ich weine.
Aber mit der Zeit werde ich ruhiger.
Ich drücke Omis Plüsch-Sennenhund, den ich ihr vor langer Zeit geschenkt habe, an mich.
Sie hat ihn immer Barri genannt.

Omi liegt friedlich da. Sie sieht aus, als ob sie jeden Moment den Bus besteigt und einkaufen geht. Nur ihre dunkelblaue Tasche fehlte noch. Immer wieder gehe ich zur hin und berühre ihre Hand. Dann spüre ich plötzlich, dass es gut ist. Ich verabschiede mich von ihr mit einem letzten Kuss auf die kühlen Wangen und streichle ein letztes Mal ihr liebes Gesicht, ihr Haar.

Die Pflegende informiert mich danach, dass am Nachmittag der Arzt kommt um den Totenschein auszustellen und danach der Schreiner mit dem Sarg. Nun muss ich nur noch einmal hierher kommen und ihre Sachen abholen. Die Beerdigung muss ich ebenfalls organisieren, aber ich glaube, das kommt gut. Ich bin so froh, dass Omi und ich all die Jahre über den Tod gesprochen haben, so dass ich jetzt glasklar weiss, was zu tun ist.

Die Pflegende erzählt mir, dass auch sie alle Omi sehr vermissen.
„Sie war so ein Sonnenschein“, sagt sie.
„Wenn es manchmal am Esstisch sehr still war, weil alle den Kopf hängen liessen und traurig waren, fing Paula einfach an zu singen: Det äne am Bergli, döt stoht e wiisi Geiss! Ich ha sie welle mälche, do haut sie mir eis!
Und alle lächelten wieder. Ihre Omi wollte, dass andere Menschen sich freuen und nicht niedergeschlagen sind.“

Trost

Heute morgen in aller Frühe ist Paula gegangen.

Ich bin so traurig, dass sie nicht mehr da ist.
Sie war so eine tolle, liebenswürdige, starke Frau.

Ich bin so froh, dass sie gehen durfte.
Die letzten Tage waren sehr intensiv.
Einem Menschen beim Sterben zuzusehen hat nichts Bedrohliches,
sondern wirft einen schlussendlich immer auf sich selbst zurück.
Ich bin dankbar, dass ich an ihrer Seite bis fast am Schluss dabei sein durfte und der Tod seinen Schrecken wieder etwas mehr für mich verloren hat.

Anders als beim Sterben meiner Mutter fühlte ich mich die letzten, schweren Tage nie alleine.
Sascha war da und hat all die Stunden mit mir gemeinsam an ihrem Bett verbracht, mich die letzten Tage verpflegt und getröstet.
Die Katze wich zuhause nie von meiner Seite.
Mit meinem Vater und seiner lieben Frau konnte ich ebenfalls jederzeit sprechen, wenn ich es brauchte.
Meine lieben, tollen Arbeitskolleginnen haben mir einfach so den Rücken freigehalten, so dass ich seit Mittwochabend täglich zu Omi gehen konnte.
Omis Beistand regelt die amtlichen Sachen und hat mir mit seinen lieben und ermutigenden Worten in den letzten Tagen sehr viel Kraft und Trost gegeben.
Die Pflegenden von Omis Heim waren immer für Omi da und haben sie liebevoll und professionell gepflegt. Ich bin ihnen so sehr dankbar, wie sie das gemacht haben und mich ebenfalls immer so nett informiert haben.
Und da wart da ihr alle, die diesen Blog die letzten Tage gelesen habt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie tröstlich es ist, wenn Menschen einfach aneinander denken, sich Kraft schenken und virtuelle Umarmungen.

Weil Omi im Pflegeheim lebte, muss ich heute nicht sofort alles in eine Tasche packen und mitnehmen. Als Mami starb, war das absolut grässlich: mit Mamis Koffer, wenige Stunden nach ihrem Tod, herumzufahren, hat mir fast das Herz gebrochen.

Omi bleibt heute noch einige Stunden in ihrem Zimmer. So kann ich nochmals von ihrem Körper Abschied nehmen. Sie verschwindet nicht einfach aus meinem Leben. Noch kann ich es nicht fassen, dass sie nicht mehr lebt. Aber ich bin sicher, ich begreife es in den nächsten Tagen.

Gestern nachmittag bin ich fast verzweifelt, dass Omi nicht gehen konnte. Am Abend konnte ich unsere Reisegeschichte aufschreiben. Seither bin ich ruhig. Ich wünsche meinem lieben Omi Paula eine gute Reise und hoffe, sie sieht all jene wieder, die sie vermisst hat und die auch ich vermisse.

Alles Liebe, zora

omi lacht (800x719)