Meine Spiegel

Omi Paula und ich gleichen uns.
Wir haben beide markante Nasen. Dickes Haar.
Unsere Augenfarbe ist fast gleich:
graugrünbraun

Als sie noch jünger war, war sie eine grossgewachsene Frau. So wie ich jetzt. Sie war immer eine stattliche Person. Sie war nicht pummelig, nicht dick, besass eine Figur. So wie ich.

Omas Kleider hängen im Schrank. Sie wollte sie nicht mitnehmen ins Pflegeheim. Sie passt längst nicht mehr hinein. Sie ist kleiner geworden, dünner.
In meinen beiden Familien sind die Frauen rundlich gewesen. Sie hatten Hüftspeck und Brüste. Warum also sollte ich aus der Art schlagen?

Wenn ich Photos von Paula und meiner anderen Oma Ida anschaue, erblicke ich mich selber. Ich mache mir wenig Gedanken über meine Figur. Ich arbeite. Ich denke nach. Ich schreibe.

Ich muss sehr oft an Ida denken. Sie ist die Mutter meines Vaters. Wie war ihr Leben? Wie hat sie gearbeitet? Welche Gedanken hat sie sich gemacht?
Ich hätte so gerne noch einmal mit ihr geredet und ihre Stimme gehört.

uschi_ida_wetzikon2

meine Mutter und Omi Ida

paula, uschi und rosa

Uromi Röös, meine Mutter und Paula

Zerfliessende Tage

Während ich mich hier mit dem Alltag herumschlage, manchmal fluche, wenn ich zuviel oder zulange arbeite, lebt meine Oma im Pflegeheim. Ihre Tage gehen langsamer vorbei. Das liegt aber nicht daran, dass sie kein Programm hätte.

Nein.
Seit sie nicht mehr in ihrem Haus lebt, kann sie sich ihren eigenen Bedürfnissen widmen. Sie kann im Pflegeheim jederzeit mit jemandem reden, was ihr vorher nicht möglich war.

„Geniess dein Leben, du hast nur eines“, sagte sie früher oft zu mir, „aber vergiss dein Omi nicht.“

Wie könnte ich das je?

Gerade jetzt, wo es ihr gesundheitlich nicht super geht, bin ich oft in Gedanken bei ihr. Ich wünschte, ich könnte endlich in ihrem Haus leben. Dann hätte ich mehr Zeit für sie. Doch stattdessen sitze ich hier, arbeite, putze die Wohnung, mache die Wäsche und träume von meinem noch brachen Garten.

Während ich herumhetze, wartet sie auf das Ende. So ist es nämlich. Sie weiss es. Ich weiss es auch. Daran ist nichts Schlimmes. Ich hoffe nur, ich habe noch genügend Zeit.

Mein Schreckgespenst Demenz

Als ich vor sieben Jahren an Mononukleose erkrankte, hätte ich nie gedacht, dass ich deswegen gleich ins Spital müsste. Doch nach drei Tagen heftigster Schmerzen, ich konnte nicht einmal mehr meinen eigenen Speichel schlucken geschweige denn noch essen, war Schluss.

Mein damaliger Freund begleitete mich ins Spital Uznach, wohin mich der Hausarzt überwiesen hatte. Das Spital befand sich gerade im Umbau. Da es allerdings vor Pfingsten war, herrschte einigermassen Ruhe.

Ich war nur noch ein Schatten meiner Selbst. Todmüde, durstig, fiebrig und meine entzündeten Innereien bereiteten mir Schmerzen. Ich wurde in ein Doppelzimmer gebracht. Neben mir lag eine vielleicht neunzigjährige Frau, mit langem weissen Haar. Sie war demenzkrank und lag den ganzen Tag nur herum.

Dank des Schmerzmittels schlief ich ein. Einige Stunden später gab es zu essen. Die Pflegende stellte der alten Frau das Essen vor die Nase. Ich bekam eisgekühltes Wasser und Ressource Drinks und Joghurt. Mir fiel auf, dass die alte Frau total hilflos über dem Essen schwebte. Offenbar war sie nicht mehr fähig, die Gabel selber zum Mund zu führen. Als ich eine Pflegende darauf aufmerksam machte, nahm sie der alten Frau einfach das Essen weg. Ich war geschockt.

Doch nicht genug davon. Mein Freund sass neben mir und tröstete mich. Plötzlich trat eine Pflegende ein und wechselte der alten Frau die – sorry – verschissenen Einlagen. Vor unseren Augen.

Wir waren sprachlos.
Doch dann wurde es Abend. Es zog ein heftiges Gewitter auf.
Die alte Frau wurde plötzlich aktiv. Sie begann laut zu singen. Ich hatte Angst. Mehrere Male rief ich nach den Pflegenden und machte sie darauf aufmerksam, dass die alte Frau jederzeit aus dem Bett stürzen könnte. Nichts geschah. Schliesslich bestand ich darauf, in ein anderes Zimmer gehen zu dürfen.

Die Pflegende bot mir die Personalcouch an. So schlief ich trotz hohen Fiebers eine Nacht auf einer Couch. Ich war wie gerädert.

Am Morgen musste ich natürlich wieder in mein Zimmer gehen. Ich wartete auf die Visite, denn mein Entschluss stand fest: hier bleibe ich keine Nacht länger.

Doch ich hatte die Rechnung ohne den Arzt gemacht. Der wollte mich nämlich nicht entlassen. Mein Fieber war nicht gesunken und die Entzündung von Leber und Bauchspeicheldrüse war auch nicht wirklich beruhigend.

Aber auf mein Bitten hin wurde ich endlich! in ein anderes Zimmer verlegt. Was mit der alten Frau geschah, weiss ich leider nicht.

Ich musste oft in den letzten Tagen an diese Zeit vor sieben Jahren denken. Ich hoffe so sehr, dass meiner Oma so was nicht passiert. Solange sie noch selber essen kann, ist sie jedenfalls vor herzlosen Menschen geschützt.

Ausser Gefecht gesetzt

Heute sollte ein voller Tag werden. Ich hatte Dienst und wollte danach zu meiner Oma fahren, quer durch die Ostschweiz ins Toggenburg. Schon früh morgens hatte ich mir Gedanken gemacht, was ich ihr mitbringen könnte. Ein Plüschtier vielleicht? Die liebt sie nämlich heiss und innig.

Doch dann werde ich am Vormittag gnadenlos ausgebremst.
Ich kriege einen heissen Kopf. Mein Hals wird eng. Ich muss mich übergeben. Glücklicherweise übernehmen meine Kolleginnen. Ich fahre nach Hause. Dort bemerke ich, dass ich Fieber habe. Ich hab mich wohl irgendwo angesteckt.

Ich lege mich hin. Mir ist übel.
Dann denke ich nach. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich das, was ich mir vorgenommen habe, nicht geschafft habe.

Ich kann mich nicht vierteilen.
Der Gedanke, dass ich meine Oma im Stich lasse, geht nicht weg. Ich sollte jetzt bei ihr sein.

Stattdessen liege ich herum. Trinke Tee. Streichle die Katze. Denke nach.

Wenn ein Vater oder eine Mutter ein krankes Kind zuhause hat, kriegt er oder sie bis zu drei bezahlte Arbeitstage, um die Pflege zu organisieren. Angehörige von Demenzkranken kriegen das nicht.

Ich muss daran denken, wie oft mich meine Omi Paula im Spital besucht hat. Ich war gerade mal acht Jahre alt und konnte nicht mehr laufen. Aber sie war immer da für mich. Sie hat sich nie beschwert, mir nie vorgehalten, was sie alles für mich getan hat.

Nun liegt sie in ihrem Bett im Spital, kann nicht mehr laufen, während ich den Kopf in die Toilette stecke und kotze.

Dann halt übermorgen. Das schaffe ich schon.

Die Beinbruch-Angst

Ich hatte die letzten Jahre, als Paula noch alleine in ihrem Haus lebte, permanent Angst, dass sie irgendwann mal stürzt. Ihr Kreislauf ist nicht mehr der beste. Das Alter macht sich in ihren Beinen bemerkbar.

Manchmal bin ich nachts aufgewacht, weil ich fürchtete, sie läge jetzt am Fusse der steilen Treppe. Total hilflos. Wenn sie das Telephon nicht entgegennahm, malte ich mir die schlimmsten Szenarien aus. Mehr als einmal wollte ich einfach abends ins Auto sitzen und nachschauen, ob ihr was passiert ist.

Natürlich hätte ich damals schon drauf pochen können, dass sie ins Heim geht. Aber da sie das ablehnte, liess ich es.

Seit sie im Pflegeheim lebt, ist diese Angst weniger präsent. Ich weiss, dass immer jemand da ist und schaut, dass sie nicht davon läuft. Dass sie nun am Mittwoch im Heim gestürzt ist, und zwar so richtig heftig, war zu erwarten. Schnell hat sie Hilfe gekriegt, wurde ins Spital gebracht. Sie musste nicht lange unter Schmerzen leiden.

Ich mache niemandem einen Vorwurf, denn schliesslich ist meine Oma ein freier Mensch. Man kann sie nicht anbinden. Sie war immer jemand, der gerne draussen war.

Viel mehr macht mir das Nachher Sorgen. Wie wird sie sich erholen? Kann sie jemals wieder laufen? Oder ist dieser Bruch ihrer Gelenkpfanne, des Beckens und noch einiger weiterer Knochen eine Art Todesurteil?

Ich muss der Realität ins Gesicht schauen. Omi Paula ist 86. Wenn sich ihre Knochen wieder erholen, wird alles gut. Aber sonst muss ich akzeptieren, dass sie nun einen weiteren Schritt von mir weggeht.

Ich bin froh, dass Paula nach wie vor zuversichtlich ist. Sie liegt in ihrem Bett und wirkt zufrieden. Ich hoffe, das bleibt die nächsten Wochen so. Schliesslich bin ich jetzt noch nicht bereit, mein Omi loszulassen.

Angehörige und Spital

Seit Mittwoch ist meine Oma Paula nun im Spital X. Ihr geht es den Umständen entsprechend gut. Mir nicht. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich so einen Spitalaufenthalt einer Angehörigen miterlebe. Aber erstaunen tut es mich doch immer wieder:

Kommunikation ist doch das A und O bei der Arbeit mit Menschen, besonders im Pflegebereich, wo so viele verschiedene Fachleute miteinander und nebeneinander arbeiten. Warum also ist das so schwierig?

Ich möchte folgendes zu bedenken geben: wenn ich als Angehörige einer demenzkranken alten Frau zu einer Pflegenden gehe und sie frage: „Meine Oma hat eine Sehbehinderung. Aber ich kann nirgends ihre Brille finden“, dann ist der Satz: „Oh. Ich weiss das auch nicht. Ich bin nicht ihre Pflegerin“, fehl am Platz.

Wenn die Pflegende sich dann in aller Ruhe wieder ihrem Ausguss oder was auch immer widmet und nicht einmal auf die Idee kommt, eine Kollegin zu holen, dann läuft was falsch. Demotivation und Gleichgültigkeit kann ich nicht ab.

Vielleicht bin ich zynisch, aber: demenzkranke, ruhiggestellte Patienten sind gute Patienten. Sie bringen Geld ein. Sie reden nicht viel und – sie vergessen eh grad alles wieder.

Als Angehörige bin ich darauf angewiesen, dass sich qualifizierte Pflegekräfte und Ärzte um meine demenzkranke Oma kümmern und mich auch informieren. Wenn ich einfach nichts mehr höre, den Informationen nachrennen muss und am Ende von einer Ärztin höre: „Oh, das ist wohl untergegangen“, dann werde ich sauer.

Druckabfall

Ich mag Dinge, die intensiv sind. Der ganze Tag heute. Die vielen Leute. Das Fliegen. Das war intensiv. Die Sicherheitskontrolle war sehr intensiv. Ich hab fast eine Panikattacke gekriegt, weil ich gefilzt wurde. Mehr denn je hasse ich es, wenn fremde Menschen mich einfach so anfassen. Die Frau hat mit ihrem Metalldetektor mehrere Male meinen Rücken abgefahren, wirbelte damit zwischen meinen Brüsten hin und her und fuhr über meinen Bauch. Ich hab zumindest nicht geweint.

Der Flug von Köln nach Friedrichshafen verlief einigermassen. Ich hatte wieder furchtbare Kiefer- und Kehlkopfschmerzen bei der Landung. Wir fuhren mit der Fähre über den See. Die Heimfahrt mit dem Auto von Romanshorn nach Frauenfeld war traumhaft. Einmal mehr wurde mir bewusst, wie sehr ich diese Gegend hier liebe. Die Apfelbäume, die sanften Hügel, die herrlich distanzierten Menschen.

Zuhause dann bemerke ich, dass mich jemand angerufen hat. Eine Nummer aus Toggenburg. Schnell ist klar, es ist das Pflegeheim. Ich atme tief ein. Atme tief aus. Dann rufe ich an.

Die Pflegende informiert mich, dass Paula heute nachmittag gestürzt ist. Sie ist im Spital mit Verdacht auf einen Oberschenkelhalsbruch. Ich atme tief aus. Ich habe keine Angst. Ich wusste ja, dass das irgendwann wieder geschehen wird. Die Pflegende und ich sprechen miteinander. Oma Paula ist in den Hof des Hauses gegangen. Dabei stürzte sie. Nur zwei Schritte weit ist sie gekommen.

Ich bin ganz ruhig. Einmal mehr bin ich froh, dass Paula nicht in ihrem Haus gestürzt ist, sondern da, wo sie rasch Hilfe kriegt. Meine Oma jetzt im Spital zu wissen, ist allerdings ein komisches Gefühl. Die Pflegende rät mir, im Spital anzurufen, was ich auch tue.

Ich bin etwas verwundert, als mir die Dame am Telefon sagt, sie habe keine Ahnung, was mit Oma ist. Sie könne mich jetzt nicht verbinden, weil die Zentrale nicht besetzt sei. Was auch immer.
Ich soll doch morgen wieder anrufen.

Da hats mir den Geduldsfaden verjagt. Ich sagte, nicht unfreundlich, aber mit spürbar schneidender Stimme:
„Meine Oma wurde notfallmässig eingeliefert und ich finde es unverschämt, dass Sie mir als Angehörige nicht helfen wollen, meine Auskunft zu kriegen. Ich mache mir Sorgen und ich habe keine Lust, erst morgen zu erfahren, was mit ihr los ist.“

Meine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht.
Schon einige Sekunden später wurde ich mit der chirurgischen Abteilung verbunden.

Ich fahre heute nicht vorbei.
Morgen wird Paula wahrscheinlich operiert. Ich habe keine Angst, denn ich weiss, meine Paula wird ihren Weg schon gehen. Ich hoffe natürlich sehr, dass sie eine allfällige OP gut übersteht. Aber falls sie es nicht tun sollte, ist es ihr Entscheid zu gehen und ich kann nichts tun, ausser fest an sie zu denken.

Kölle.

Vor einigen Wochen kriegte ich eine Mail vom Grimme Institut. Mein Blog „Demenz für Anfänger“ sei für einen Grimme Online Award nominiert. Ich fiel aus allen Wolken. Oder besser: ich bin fast ertrunken. Als mir nämlich mein Freund genau erklärte, worum es sich beim Grimme Online Award handelte, sass ich gerade in der Badewanne.

Da die Sache bis heute geheim war, durfte ich nicht darüber reden. Das fiel mir schwer. Umso mehr habe ich mich auf die Bekanntgabe gefreut.

Vor zwei Wochen habe ich dann Paula erzählt, dass „unser“ Blog für einen Preis nominiert ist. Sie fand das ganz lustig. Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich nach Köln fliegen würde. Sie dachte nach. Köln… Köln? Es wollte ihr nicht einfallen. Ich begann ihr vom Dom zu erzählen. Sie fing an zu summen.

Aber sie erinnerte sich nicht mehr. Schliesslich sagte ich: „Das ist die Stadt, wo Willy Millowitsch herkommt.“

Sie strahlte mich an: „Milly Willowitsch? Den mag ich.“

Der ganze heutige Tag in Köln verging wie im Fluge. Ich kann noch gar nicht in Worte fassen, was ich alles erlebt habe. Ich war unglaublich berührt von der Wertschätzung, die mir und all den anderen Nominierten von Nominierungsjury entgegenkam. Ich meine, ich sass da und hab fast geheult.

Ehrlich gesagt, begreif ich es noch immer nicht. Aber das kommt schon noch. Ich freue mich auf Ende Juni, wenn die Gewinner in Köln bekannt gegeben werden.

Zur Abstimmung in Sachen Publikumspreis:

14056866989_e372224b9f_z

 

14241365862_6c3e364dcd_z

14056950409_6edf8f8dab_z

14220436986_5a9cc901bd_z

Erwartet werden.

Darf ich glücklich sein, ich meine: so richtig, richtig glücklich? Würde es mir nicht besser anzustehen, mit gesenktem Kopf und traurigem Gesicht herum zu laufen?

Heute ist so einer dieser Tage, wo ich sehr glücklich bin. Ich reise. Ich fliege. Ich begebe mich in eine mir gänzlich unbekannte Stadt. Alles ist neu.

Ich erkenne mich selbst nicht wieder. Mit einem Mal bin ich mutig. Alles ist gut, sage ich mir. Du darfst dich freuen.

Zu gerne würde ich heute abend Paula und meine Mutter anrufen. Ganz aufgeregt. Ich würde sagen: ich bin gut angekommen. Die Reise war toll.

Ich habe Wolken gesehen. Den Bodensee von oben. Es war aufregend. Die Häuser sahen sp klein aus vom Flugzeug. Ich denke daran, wann ich zum ersten Mal geflogen bin. Wien. Es ist so lange her.

Als ich die Wohnung meiner Mutter räumte, fand ich eine Glückwunschkarte. An ihrem 50sten Geburtstag flog sie mit der Crossair. Der Pilot und die ganze Crew hatten auf der Karte mit silbernem Stift unterschrieben. Sie durfte sogar ins Cockpit gehen. Noch Jahre später hat sie davon erzählt. Das war am 2.9.2001. Kurze Zeit später war die Welt eine andere.

Ich erinnere mich daran, wie ich am Boden lag und die Karte beschnupperte. Sie roch nach meiner Mutter. Nach Rauch.

Ich denke daran, wie glücklich sie damals war und sie nicht ahnte, dass sie nur schon sechs Jahre später sterben würde. So eine Verdammte Scheisse.

Ich werfe einen Blick auf mein Telefon.

Die Nummern meiner Mutter und meiner Oma sind alle beide nicht mehr gültig und trotzdem kenne ich beide noch auswendig. Nur kann ich dort nie mehr anrufen.

Tochterglück

Ich war gespannt auf die heutige Mähsession um Paulas Haus im Toggenburg. Mein Vater wollte vorbei kommen und mir erklären, wie eine Schnürli-Sägiss funktioniert.

Das tat er dann auch. Während mein Vater anfing zu mähen, räumten wir anderen, Papis Frau, Sascha und ich, das Gras weg.
Natürlich war ich furchtbar ungeduldig, weil ich mich so sehr aufs Mähen gefreut hatte und jetzt die Maschine nicht bedienen durfte. Nach dem Mittagessen, als wir nur noch ein kleines Stück mähen mussten, war schliesslich der feierliche Moment:

Mein Vater übergab mir den Helm mit Sichtschutz und schulterte mir den Rucksackmotor auf. Dann endlich konnte es los gehen…

Mähen mit dieser Sägiss sieht einfacher aus, als es ist. Ich brauchte viel Kraft. Meine Arme waren zwar stark genug, um den Stiel zu halten und mähen. Aber mein Rücken fing an zu schmerzen, weil ich in gebückter Haltung im abschüssigen Gelände stehen musste.

Aber das Gefühl, mit einem solchen Gerät eine Wiese gemäht zu haben, ist unvergleichlich. Ich fühlte mich richtig gut.

Ebenso schön war es, mit meinem Vater und seiner Frau durchs Haus zu laufen und alle Räume anzusehen. Ich bin froh, dass sie uns beistehen. Besonders glücklich war ich über das Angebot, dass mein Vater mir helfen will bei den Umgebungsarbeiten. Das ist das krasse Gegenteil von dem, was er die letzten Jahre über Paulas Haus gesagt hat.

Er hat jede Menge Ideen, was man alles machen muss, um das Haus instand zu halten. Ich bemerke, wie wenig ich weiss, aber dass ich unglaublich Lust habe, endlich loszulegen.

So endet dieser Tag mit einer glücklichen Tochter, die dankbar ist, den wunderbarsten, liebsten und tüchtigsten Vater der Welt zu haben.

1926772_10202335216125833_3395001920714205435_n

 

10339746_10202335810620695_6627202501340523935_n

 

20140519_saegis_9379